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Bequem im Velosattel sitzen: auf das Velo, fertig, los!

Wer auf dem Velo falsch sitzt, fährt hinterher. Wir stellen Ihnen die entscheidenden Fragen, damit Sie zum richtigen Velosattel kommen. Und sagen Ihnen, worauf Sie sonst noch achten müssen für eine unbeschwerte Ausfahrt auf zwei Rädern.

25. Februar 2017  |  Patrick Steinemann


Wenn Ihnen nach 20 Minuten Velo fahren bereits der Hintern wehtut, sollten Sie vom Velosattel absteigen und zuerst die Gretchenfrage klären: Sind Sie ein Schambeinbelaster oder eine Sitzbeinbelasterin? Das ist nicht primär eine geschlechtsbedingte Unterscheidung. Eher eine Frage des Fahrstils: Haben Sie auf dem Velo eine sportliche Sitzposition mit nach vorne geneigtem Oberkörper, belasten Sie den vorderen Teil des Sattels und damit Ihr Schambein. Die Folge: unangenehmes Kribbeln und Taubheitsgefühle im Dammbereich. Sitzen Sie hingegen aufrecht auf dem Velo, belasten Sie eher Ihre Sitzbeine (sprich: Gesässknochen) und haben Druckschmerzen an den Sitzhöckern. Mit dem richtigen Velosattel können Sie das vermeiden.

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Wie fahren Sie Velo? Ist Ihr Oberkörper beim Velofahren nach vorne geneigt, sind Sie ein Schambeinbelaster wie der Velofahrer ganz links. Fahren Sie eher aufrecht wie der Velofahrer rechts, sind Sie ein Sitzbeinbelaster.

Welcher Velosattel passt zu mir?

Schambeinbelaster sollten eher einen härteren Velosattel wählen, der vorne im Schambereich nicht zu schmal ist. Dadurch ist die Druckverteilung im vorderen Bereich besser. Sitzbeinbelaster wählen dagegen mit Vorteil einen Sattel, der hinten breiter ist. Beachten sollten Sie in diesem Fall, dass im hinteren Sattelbereich keine harten Kanten und Nähte stören. Auch eine gute Polsterung im Sitzbeinbereich ist hier wichtig.


Wie breit soll der Velosattel sein?

Die richtige Sattelbreite kann ein Berater im Fachgeschäft ermitteln, indem er den Abstand Ihrer Sitzknochen misst. Oder Sie tun es einfach selbst zu Hause: Nehmen Sie ein Stück Wellkarton, legen Sie es auf einen Hocker oder Stuhl, setzen Sie sich aufrecht darauf und ziehen Sie sich mit den Händen nach unten. Die Abdrücke im Wellkarton zeigen Ihr Po-Profil – und damit die ideale Breite Ihres Sattels: Wenn Sie eine eher sportliche, nach vorne geneigte Fahrerin sind, zeigt der Abstand zwischen den beiden Mittelpunkten der Sitzhöcker-Vertiefungen die richtige Sattelbreite an. Sind Sie ein eher gemütlicher Fahrer mit aufrechter Position auf dem Velo, orientieren Sie sich am Aussenabstand der beiden Vertiefungen.


Velosattel im Überblick

Klassischer Sattel:

Beim Velofahren sorgt er für eine gleichmässige Druckverteilung, bietet jedoch keine Entlastung im Dammbereich.

Lochsattel:

Er hat eine Aussparung in der Mitte und entlastet so den Dammbereich, jedoch nicht die Sitzknochen. Aber aufgepasst: Das Loch muss auf den Fahrer passen.

Sattel mit Gel-Einlage:

Dank der Gel-Einlage schmiegt er sich ideal an die belasteten Stellen an. Deshalb eignet sich dieser Velosattel vor allem für längere Strecken.

Stufensattel:

Die Auflagefläche der Sitzhöcker ist höher als die Sattelnase. Dadurch wird der Schambereich entlastet.

Sport-Sattel:

Er ist eher hart und oft ein Kernledersattel. Profis schwören darauf, allerdings erfordert so ein Sitz auch viel (Leder-)Pflege.

Frauensattel:

Frauen haben eine andere Beckenform als Männer – das hat die Natur so bestimmt. Frauensättel sind deshalb oft etwas breiter und haben meist ein Loch.

Wie kann ich Sitzprobleme sonst noch beheben?

  • Als Schambeinbelaster sollten Sie öfter Ihre Sitzposition wechseln und zwischendurch für kurze Zeit im Stehen fahren. So stellen Sie eine dauerhafte Durchblutung sicher und lockern Ihre Muskulatur. Helfen kann auch, den Sattel nicht waagerecht, sondern mit der Spitze leicht nach unten einzustellen.
  • Die gute Nachricht für Sitzbeinbelaster: Ihr Körper gewöhnt sich nach einiger Zeit an die Belastung auf dem Velosattel. Fahren Sie zu Beginn regelmässig kürzere Strecken. Und beachten Sie: Ein zu weicher Sattel ist oft unbequemer als ein harter Sattel. Was hilft: eine gut gepolsterte Radlerhose für eine gleichmässigere Druckverteilung.
  • Überprüfen Sie auch die Geometrie Ihres Velos– am besten mit der Unterstützung eines Fachmanns: Wählen Sie die richtige Länge des Oberrohrs und des Vorbaus. Stellen Sie die richtige Sitz- und Lenkerhöhe ein. Und positionieren Sie den Sattel waagerecht.