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Ob gedübelt, genietet oder geschraubt werden soll – stets ist mindestens ein Loch erforderlich. Doch wer den falschen Bohrer benutzt, hat schnell ein ausgefranstes Loch. Deshalb kommt kein Heimwerker um die Fragen herum, welcher Bohrer der Richtige ist. Wer professionell arbeiten möchte und saubere Ergebnisse erwartet, muss zuerst einmal wissen, welcher Bohrer sich wofür am besten eignet.

Da es viele verschiedene Bohrer gibt, kann man schnell den Überblick verlieren. Universalaufsätze für Bohrmaschinen sind preisgünstig und können viele Materialien bohren. Bei einigen Untergründen wie etwa Beton lohnt es sich jedoch, einen Spezialaufsatz zu benutzen. JUMBO zeigt Ihnen, welche Bohraufsätze in Ihrer Werkzeugkiste nicht fehlen sollten.

UNIVERSALBOHRER: DER KLASSIKER


Wer als Laie Bohrer sagt, hat wohl das Bild eines Universal- oder Mehrzweckbohrers im Kopf. Diese typischen Spiralbohrer werden zumeist in mehrteiligen Sets angeboten und eignen sich für einfache Arbeiten zuhause. Es gibt sie in verschiedenen Preisklassen, und sie eignen sich für das Loch im Holzgestell ebenso wie für das Loch in der Backsteinwand. Der Universalbohrer kommt überall dort zum Einsatz, wo Genauigkeit und Verschleiss keine Rolle spielen.


Tipp: Der Universalbohrer ist für Holz, Mauerwerk oder Kunststoff geeignet. Für Metall oder Fliesen ist er weniger geeignet, das Bohren in Beton ist nicht möglich.


Einsatzgebiet: Holz, Stein, Kunststoff

BETONBOHRER: DIE HAUSHALTSERGÄNZUNG


Moderne Wohnungen haben vielfach Mauern und Decken aus Beton: Wer im Wohnzimmer also einen Hängesessel oder im Keller ein paar Haken montieren will, braucht einen Betonbohrer. Hier bewährt es sich, den passenden Aufsatz für seine Schlagbohrmaschine einzeln zu kaufen – abgestimmt auf Dübel und Schraube, die in die Wand kommen. Der Betonbohrer wird auch Hammerbohrer oder Bohrhammer genannt. Eine Hartmetallspitze zertrümmert das Material. Der Bohraufsatz führt gleichzeitig drehende und schlagende Bewegungen aus. Die einzelnen Schläge sind sehr kräftig, was den Einsatz in Beton erlaubt und auch generell ein schnelleres Arbeiten ermöglicht.


Tipp: Beim Betonbohrer ist der Name Programm. Für Vielanwender lohnen sich Qualitätsbohrer, denn ihr Verschleiss ist bei der Doppelbelastung von Schlag und Drehung um bis zu 30 Mal höher.


Einsatzgebiet: Beton, Mauerwerk, Stein


HOLZBOHRER: ALLES GUT


Saubere Löcher gelingen auch bei Weichholz nicht von allein, sondern nur mit dem richtigen Spezialwerkzeug: dem Holzbohrer. Auch dieser ist ein Spiralbohrer, hat im Gegensatz zum Universalbohrer aber keine Schneide in Dachform, dafür eine mittige Zentrierspitze. Der Holzbohrer verhindert das typische Ausfransen, wie es der Heimwerker vom Universalbohrer kennt. Wegen seines besonderen Schliffs darf der Holzbohrer ausschliesslich zum Bohren in Holz verwendet werden. Selbst eine kurzzeitige Verwendung in anderen Materialien kann den Bohreinsatz beschädigen oder zerstören. Holz wird übrigens, wie Beton auch, ohne Vorbohren auf die definitive Grösse gebohrt.


Tipp: Holzbohrer sind einzeln oder im Set erhältlich. In gängigen Tests schneiden auch weniger teure gut ab. Holzbohrer eignen sich vor allem dann, wenn viele Bohrungen geplant sind.


Einsatzgebiet: Weich- und Hartholz, Spanplatten, Sperrholz, MDF und andere Holzwerkstoffe

FORSTNERBOHRER: GROSS GEBOHRT


Forstnerbohrer werden immer dann genutzt, wenn ein sehr grosser Lochdurchmesser gefragt ist. Gross bedeutet in diesem Fall 8 mm bis 150 mm. Dieser Bohrertyp, der von Benjamin Forstner erfunden wurde, arbeitet schneidend. Forstnerbohrer werden zum Bohren von Sacklöchern, Topfscharnieraufnahmen oder zum Ausbohren von Astlöchern verwendet. Forstnerbohrer laufen schnell heiss und können überhitzen. Arbeiten Sie daher nur mit geringer Drehzahl und wenig Druck. Der Bohrer könnte ansonsten schnell stumpf werden, das Schnittbild unsauber oder das Werkstück verkohlt.


Tipp: Beim Forstnerbohrer ist nicht alles Schnittfläche. Vielmehr sind es zwei Hobel, die um einen Zentrierstift rotieren. Bevor Sie den Forstnerbohrer ansetzen, sollten Sie unbedingt mit einem kleinen Bohrer vorbohren.


Einsatzgebiet: Holz, Holzbalken, Sparren

Bohrer und Stichsägeblätter: «sehr gut» und «gut» im Produkte-Test

Sechs Produkte von JUMBO haben im Produkte-Test von «Stiftung Warentest» «gut» abgeschnitten, zwei sind mit einem «sehr gut» sogar Testsieger. Dabei handelt es sich um Stichsägeblätter und Bohrer der Marke Wolfcraft.



METALLBOHRER: GUT GESCHMIERT


Metalle wie Stahl stellen an Bohrer bezüglich Qualität und Schliff höchste Anforderungen. Der Metallbohrer gehört zu den Spindelbohrern. Die Schneiden arbeiten fräsend. Wer regelmässig Metalle bearbeitet, sollte sich den Kauf einer Standvorrichtung überlegen – das erleichtert das Arbeiten und erhöht die Genauigkeit. Zudem lassen sich leichter Kühl- und Schmiermittel anwenden, was wiederum die Lebensdauer der Bohrer erhöht. Wer ohne Kühlmittel arbeitet, ist mit HSS-Bohrern (High Speed Steel) gut bedient: Diese behalten bis 600 °C ihre Härte.


Tipp: Schmiermittel mit Pinsel auftragen, um die Lebensdauer der Bohrer zu erhöhen. Gleichzeitig verhindert es das «Backen» bei Aluminium, indem die Späne gut weggleiten.


Einsatzgebiet: Metall, Kunststoffe

Richtig bohren

Bohren, schrauben und hämmern wie ein Profi

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Stein und Beton bohren


Angesichts festerer Materialien muss man auch zu härteren Methoden greifen. Bohrer für Stein und Beton werden nicht angeschliffen. Vielmehr sitzt an ihrer Spitze ein Hartmetallplättchen, das den Werkstoff zermahlt. Anschliessend wird das Bohrmehl über die Bohrwendel nach hinten aus dem Bohrloch herausgefördert. In härterem Stein ist der Vortrieb dieses Verfahrens allerdings gering. Schneller geht es, wenn auf die Bohrspitze zusätzlich Schläge ausgeübt werden – dafür gibt es spezielle Schlagbohrmaschinen. Grössere Bohrmaschinen für Heimwerker sind üblicherweise mit einer Schlageinrichtung ausgestattet. In Beton reicht die Schlagenergie einer Schlagbohrmaschine nicht aus, hier verwendet man besser einen Bohrhammer. Allerdings sollten Sie dann zwingend auf Spezialbohrer mit besonders genutetem Schaft setzen.

Holz bohren


Da der natürliche Werkstoff zum Ausreissen entlang der Fasern neigt, gibt es spezielle Bohrer mit Aussenschneide. Grössere Durchmesser ab vier Millimeter sollte man deshalb mit speziellen Holzbohrern einbringen. Mit einer Zentrierspitze und Aussenschneiden sorgen sie für eine exakte Führung im unregelmässig gewachsenen Material und für die glatte Trennung der Holzfasern am Aussenrand der Bohrung. Damit die Aussenschneiden richtig arbeiten, wird Holz mit hoher Drehzahl gebohrt.

Bei Forstnerbohrern sollte die Drehzahl allerdings reduziert werden, da sonst die weiter aussen liegenden Aussenschneiden mit zu hohem Tempo Brandspuren im Holz hinterlassen könnten. Hohe Temperaturen beim Bohrvorgang vermeiden Sie, indem Sie grössere Lochtiefen in Etappen bohren. Dazu den laufenden Bohrer zwischendurch aus dem Bohrloch zurückziehen, damit dessen Schneiden abkühlen können. Treten dennoch Brandspuren am Material auf, deutet dies auf eine zu hohe Drehzahl oder auf stumpfe Bohrerschneiden hin.

Soll das Werkstück komplett durchbohrt werden, schützt eine untergelegte Zulage aus Restholz für ein ausrissfreies Bohrloch an der Unterseite des Materials. Wenn Sie für Verschraubungen bohren, achten Sie darauf, dass der Bohrdurchmesser dem Schraubenkern entspricht – er kann mit einer Schieblehre ermittelt werden. Platz für den versenkten Schraubenkopf an der Holzoberfläche schafft ein Senker – dieses Werkzeug gibt es auch als aufsteckbares Zubehör für Bohrer.

Unsere beliebtesten Bohrer-Sets

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Metall bohren


Als harter Werkstoff stellt Metall besondere Anforderungen an den Bohrvorgang. Die Spitze des Bohrers ist stumpf – daher sollte Metall an der geplanten Bohrstelle angekörnt werden, dies beugt auch einem Verlaufen des Bohrers vor. Dickere Metallteile sollten Sie während des Bohrvorgangs kühlen. Im Heimwerkerbereich geschieht dies am einfachsten mit Wasser, es werden aber auch spezielle Flüssigkeiten (Bohrmilch, Schneidöl) angeboten. Das Werkstück stets gut fixieren.

Kunststoff bohren


Plastik ist hitzeempfindlich und sollte mit geringer Drehzahl und wenig Vorschub gebohrt werden. Zusätzliche Kühlung vermeidet Erweichen und Spannungen. Als Kühlmittel ist ein Gemisch aus Leitungswasser und etwas Spülmittel geeignet. Tragen Sie es am besten schon vor dem Start auf die Bohrwendel auf. Der am häufigsten im Heimwerkerbereich verwendete Kunststoff ist Acrylglas. Dieses Material wird idealerweise spanend bearbeitet – das gilt auch beim Bohren. Am besten sind Bohrer für die Bearbeitung von Messing geeignet, sie verfügen über einen negativen Spanwinkel. Auch Stahlbohrer sind verwendbar, wenn diese zuvor kurz bei einer Bohrung in Beton stumpf gebohrt wurden. Ob die Bohrung korrekt verläuft, können Sie am Spanfluss kontrollieren: Ist dieser krümelig, ist die Drehzahl zu hoch. Ist der Span verschmolzen, dann sind Drehzahl oder Vorschub zu gering.

Glas bohren


Das Bohren in Glas entspricht eher einem Schleifvorgang. Es ist daher zwingend erforderlich, dass Sie beim Arbeiten mit einem Glasbohrer eine Kühlung verwenden. Dafür eignen sich Wasser, Terpentin, Petroleum oder auch Essig. Die Kühlung findet entweder von aussen statt – oder, falls Sie kleinere Teile bohren, legen Sie diese in eine Wanne mit der Kühlflüssigkeit und bohren dann unter Wasser. Tipp: Für das Bohren in Fliesen, Glaskeramik und vergleichbaren Objekten an der Wand ist die Kühlung mit einer Spritzflasche die einfachste Lösung. Wichtig beim Umgang mit dem Glasbohrer ist es, dass Sie mit sehr niedriger Drehzahl und wenig Druck arbeiten. Deshalb: keine Schlagfunktion Ihrer Bohrmaschine verwenden. Stellen Sie sicher, dass die Glasscheibe oder ein anderes Werkzeug flach liegt und nicht verrutschen kann. Setzen Sie den Glasbohrer erst leicht schräg an und stellen Sie ihn dann auf. Wenn Sie sich dem Durchbruch nähern, reduzieren Sie die Drehzahl. Hierbei besteht das grösste Risiko, dass das Glas splittert oder bricht. Bedenken Sie, dass das Glas an der Austrittstelle des Bohrers immer ein wenig ausgefasert aussieht. Der sichtbare Teil der Bohrung sollte demnach die Eintrittsstelle des Bohrers sein.

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