Ein neuer Anstrich gefällig? Egal, ob klassisch weiss oder knallig bunt – sorgfältige Arbeit zahlt sich aus. Die JUMBO-Lernende Sarah Fürpass erklärt im Interview, worauf Sie beim Streichen achten sollten, um ein überzeugendes Ergebnis zu erhalten.

Aktualisiert, 31. August 2019 | Xenia Imbach


Frau Fürpass, welche Vorbereitungen müssen vor dem Streichen getroffen werden?

Ich rate Ihnen, dafür genug Zeit einzuplanen – denn die Vorbereitung nimmt oft mehr Zeit in Anspruch als das Streichen selber. Das habe ich während meiner Ausbildung bei JUMBO gemerkt, als ich den Aufenthaltsraum und den Korridor unserer Filiale in Dietlikon gestrichen habe. Messen Sie zunächst die Breite und Länge der Wände, damit Sie wissen, für wie viele Quadratmeter Sie Farbe benötigen. Dann bereiten Sie die Wand vor: Vergewissern Sie sich, dass der Untergrund tragfähig ist – kleine Risse und Löcher füllen Sie vor dem Anstrich mit Acrylkitt. Dann kommt das Wichtigste: das Abkleben.

Den Farbverbrauch berechnen

Der Farbverbrauch ist einerseits von der berechneten Fläche abhängig und andererseits vom Untergrund. Wie die Infografik zeigt, können Sie Fenster und Radiatoren von der Quadratmeterzahl abziehen. Vergessen Sie beim Addieren die Zimmerdecke nicht, falls diese ebenfalls einen neuen Anstrich erhalten soll. Allgemein gilt: Eine grobe Unterlage saugt mehr Farbe als eine glatte. Mit 170 ml pro Quadratmeter sollten Sie in jedem Fall genügend Farbe habe.

Das Klebeband für Ihre Bedürfnisse

Malerklebeband ist nicht gleich Malerklebeband – in Ihrer JUMBO-Filiale finden Sie unterschiedliche Klebebänder: Von TESA gibt es etwa ein spezielles Klebeband für Wände mit einer starken Körnung oder eines für Rundungen wie Fensterbögen.


Das Abkleben ist das Wichtigste?

Ja, genau. Kleben Sie alles, was nicht gestrichen werden soll, gut ab – für schöne Übergänge und gegen Farbpatzer. Schauen Sie den Untergrund deshalb genauer an und besorgen Sie sich das passende Klebeband dafür. Beim Abkleben selbst gibt es eine Faustregel: gut andrücken. Aus eigener Erfahrung in meiner Lehre kann ich Ihnen zudem sagen: Das braucht Zeit.

Die Ausbildung bei JUMBO

Der Teamgedanke, interne und überbetriebliche Kurse wie auch diverse praktische Arbeiten verhelfen den Lernenden zu mehr Selbstsicherheit im Berufsalltag. Wie wichtig dieses selbstsichere Auftreten ist, zeigt sich an der praktischen Abschlussprüfung: Dort stellen zwei Experten unter anderem Fragen zum Betrieb, über die Sortimentskenntnisse und über den Verkauf. Was eine Lehre bei JUMBO sonst noch mit sich bringt, erfahren Sie auf unserer Lernenden-Website.


Vom Abkleben zum Abdecken – welches Material empfehlen Sie?

Den Boden decken Sie mit einem Floorliner ab, den Sie mit Malerklebeband an den Fussbodenleisten anbringen. Dieses Abdeckvlies ist auf einer Seite beschichtet – also wasserundurchlässig. Die andere Seite saugt die Farbe auf, falls Sie beim Streichen kleckern. Möbel decken Sie mit einer dünneren Folie ab.


Weiter zum Streichen: Welche Malerwerkzeuge benötige ich nebst Pinseln?

Gerade bei grossen Flächen lohnt sich eine Teleskopverlängerung für den Wandroller – so arbeiten Sie rückenschonend. Zusätzlich empfehle ich ein Abstreifgitter für den Farbkessel, damit Sie beim Streichen nicht zu viel Farbe auftragen.



Auf welche Qualitätsmerkmale muss ich beim Kauf der Farbe achten?

Deckkraft, Reichweite und Belastbarkeit. Je höher die Deckkraft, desto höher der Preis. Dies ist so, weil die Farbe mehr Farbpigmente enthält und man weniger oft streichen muss. Die Reichweite sagt aus, wie viele Quadratmeter man mit einem Kübel Farbe streichen kann. Und schliesslich die Belastbarkeit: Je belastbarer eine Wand ist, desto mehr können Sie bei der Reinigung über die Wand wischen.

Passend zum Thema

Interessante Produkte


Von der Vorbereitung zum Streichen: Wie gehe ich vor?

Ich empfehle Ihnen, die Wand zu zweit zu streichen: Eine Person kümmert sich um die grossen Flächen, die andere arbeitet die Ränder und Ecken mit einem Pinsel ab. Wenn Sie alleine arbeiten, streichen Sie zuerst Ränder, Ecken und über der abgedeckten Fussbodenleiste. Achten Sie darauf, dass die Farbe auslaufend gerollt wird: mehr Farbe aussen, weniger Farbe zur Wandmitte hin. Danach streichen Sie die Wand mit dem grossen Roller – arbeiten Sie dabei immer von der Lichtquelle weg. Für ein gleichmässiges Ergebnis gilt die goldene Regel: Farbe auftragen, Farbe verarbeiten und ausziehen, das heisst: Mit sehr wenig Farbe in gleichmässigen Bahnen nochmals über die Wand rollen; so verhindern Sie abgehackte Übergänge.


Noch mehr Experten-Tipps gefällig? Dann laden Sie sich unseren PDF-Tipp zum Thema «Perfekt renoviert und gestrichen» herunter.

Frische Farben für Ihr Zuhause

Holen Sie sich zusätzliche Inspiration in unserem Farb-Dossier

Zum Dossier

Hat Farbe ein Ablaufdatum?

Auf diese Frage gibt es mehrere Antworten. Ist eine Farbe ungeöffnet, können Sie diese problemlos zwei Jahre lang an einem kühlen, dunklen Ort, beispielsweise im Keller, lagern. Die Lebensdauer von bereits geöffneter Farbe verlängern Sie mit Frischhaltefolie. Reissen Sie ein genug grosses Stück ab und legen Sie dieses auf die Farboberfläche; so können Sie Farbe für ein halbes bis ganzes Jahr einlagern.


Der Müffeltest verrät Ihnen, ob eine Farbe noch zu gebrauchen ist. Wasserbasierte Farbe beginnt zu müffeln und kann Schimmel ansetzen. Auch die Konsistenz ist ein Anzeichen für das Verfalldatum: Ist die Farbe gummiartig, ist sie nicht mehr für den Anstrich geeignet.


Bringen Sie Farbreste und abgelaufene Farbprodukte zurück zu JUMBO. Wir rezyklieren diese für Sie gratis – auch solche, die Sie nicht bei uns gekauft haben.

DIESE BEITRÄGE KÖNNTEN SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehrfarbig oder Muster-Mix: So klappt die Wandgestaltung

mehr

Kinderzimmer streichen – von fantasievoll bis praktisch

mehr

Welche Farbe für welchen Raum?

mehr

Fotowand ohne Bilderrahmen

mehr