Terrasse bauen: so geht's
Inhalt
Besonders in den warmen Monaten lädt eine Terrasse zum langen Draussensitzen ein. Wer noch keine Terrasse hat und darüber nachdenkt, eine anzulegen, findet hier eine übersichtliche Schritt-für-Schritt-Anleitung und gute Tipps zum Bau einer Terrasse.
Terrasse anlegen – Schritt für Schritt
Materialwahl und Planung
Je nach Standort und Wunsch eignen sich die klassischen Holzarten, Resysta – das Composit-Material aus Reishülsen – oder WPC (Wood-Plastic Composite). Sorgfältiges Einmessen der Terrasse. Speziell auf die Höhen bei Türschwellen und die Terrassenneigung achten. Eckpunkte setzen, mit einer Schnur Aussenmasse festlegen.
Unterkonstruktion verlegen
Unterkonstruktion im Abstand von ca. 40 cm parallel mit einer Wasserwaage ausrichten und an den Pflastersteinen befestigen. In einer Richtung sollte die Unterkonstruktion immer mit 2% Gefälle verlegt werden, damit ein Wasserablauf gesichert ist. Bei Dielen mit Riffelung muss das Gefälle immer in Längsrichtung verlaufen.
Tipps zum Terrassenbau
- Gesamt-Aufbauhöhe des Bodens gegenüber der Geländerhöhe oder der Balkontüre beachten.
- Immer nicht rostende Schrauben verwenden (Inox A4).
- Dielen mit Riffelung immer in Wasserfliessrichtung mit einem Gefälle von 1 bis 2 cm pro Meter verlegen.
- Immer die empfohlenen Unterkonstruktionen verwenden. (Unsere Mitarbeiter beraten dich gerne.)
Wissenswertes zum Terrassenbau
Wie muss das Fundament beschaffen sein?
Ein Terrassendeck muss auf einem soliden Fundament gebaut werden und niemals direkt auf dem Rasen, denn es muss vollkommen flach und leicht geneigt sein, damit das Wasser ablaufen kann. Eine Steigung von 1 bis 2% ist ausreichend. Eine Terrasse, die direkt auf den Rasen gelegt wird, wird am Ende nicht ganz flach sein. Das Ergebnis: Es bilden sich Pfützen, die nicht nur unansehnlich sind, sondern auch die Oberfläche beschädigen. Darüber hinaus entwickelt ein Rasen ein dichtes Netz von Wurzeln, das verhindert, dass Wasser richtig abfliesst.
Wann ist die beste Zeit, eine Terrasse anzulegen?
Eine Terrasse sollte auf ein Bett aus Kies oder Splitt oder auf eine Betonplatte gelegt werden. Im letzteren Fall muss darauf geachtet werden, dass es während der Arbeit nicht einfriert. Auch um deine Terrasse im Sommer geniessen zu können, ist es am besten, mit der Arbeit im Frühjahr zu beginnen.
Brauche ich eine Baugenehmigung?
In der Schweiz ist eine Baugenehmigung je nach Wohnort für alle Arten von dauerhaften bodenbefestigten Bauten erforderlich. Im Kanton Bern gelten Terrassen und Pergolen, die an mindestens zwei Seiten offen und nicht überdacht sind, als kleine Nebenanlagen, die keiner Baubewilligung bedürfen. Gehe hier lieber kein Risiko ein: Bevor du mit der Arbeit beginnst, solltest du dich mit deinem kommunalen Planungsbüro in Verbindung setzen. Dies gilt auch, wenn du deine Terrasse über einer Garage baust oder wenn du deine bestehende Terrasse in einen Wintergarten umwandeln möchtest. Im letzteren Fall ist in der Regel eine Baugenehmigung erforderlich. Der Bau einer Terrasse auf Stelzen wird höchstwahrscheinlich ebenfalls einer Genehmigung bedürfen.
Wie baue ich eine Terrasse auf Stelzen?
Eine Terrasse auf Stelzen ist höher als eine Standardterrasse: Sie vermittelt den Eindruck, in der Luft zu schweben. Der Vorteil: Da sie weit vom Boden entfernt ist, ist sie weniger anfällig für Beschädigungen. Der Nachteil: Es ist teurer.
Du kannst die notwendige Ausrüstung selbst besorgen oder einen fertigen Bausatz kaufen. Wofür du dich auch entscheidest, du brauchst solide Pfosten, um die Stützstruktur zu bauen, und du musst ein gutes Fundament für die Stützpfosten schaffen. Sobald die Tragkonstruktion an ihrem Platz ist, kannst du die Balken und dann die gewünschte Verkleidung daran befestigen. Verwende Qualitätsholz für die Balken. Tipp: Wärmebehandeltes Holz ist ein besonders dauerhaftes Holz. Eine gute Alternative ist WPC, ein Verbundwerkstoff aus Holz und Kunststoff. Der Bau eines Decks auf Stelzen ist ein ehrgeiziges Projekt, das sorgfältige Planung erfordert. Wir empfehlen, einen Spezialisten zu konsultieren.
Terrasse ausrichten
Die entscheidende Frage zu Beginn ist: Möchtest du auf deiner Terrasse grösstenteils Sonne haben oder wünschst du dir ein schattiges Plätzchen für die heissen Mittagsstunden im Sommer? Auch wenn du deine Terrasse eher in den Morgenstunden oder meistens am Nachmittag nutzt, gibt es die passende Lösung. Jede Himmelsrichtung hat ihre ganz spezifischen Vor- und Nachteile, die du für deine Zwecke nutzen kannst.
Südterrasse
Bei der Wohnungs- oder Haussuche wird die Ausrichtung nach Süden häufig als die beste Variante angepriesen, denn sie garantiert das ganze Jahr über Sonne. Zeigt die Terrasse leicht nach Südost oder Südwest, geniesst du zusätzlich die Morgen- oder Abendsonne. Die Südterrasse ist somit die perfekte Lösung für Sonnenanbeter, die im Sommer viele Stunden am Tag die Sonnenstrahlen geniessen und sich bräunen möchten.
Vorteil: Bei einer Südterrasse ist der Lichteinfall durch terrassenseitige Glastüren und Fensterfronten besonders stark. Das sorgt für helle, warme Wohnräume und kann sich im Winter positiv auf die Heizkosten auswirken.
Nachteil: Die Wohnräume heizen sich bei längeren Hitzeperioden im Hochsommer oft zu stark auf. Eine gute Isolierverglasung und Jalousien oder Rollläden zur Abdunkelung sind deshalb unverzichtbar.
Nordterrasse
Die Ausrichtung nach Norden wird selten gewählt und wenn, dann meist aus baulichen Gründen. Denn die meiste Zeit des Tages verbringt die Terrasse im Schatten.
Vorteil: Auch an sehr heissen Sommertagen ist es meist angenehm, um draussen zu sitzen.
Nachteil(e): Im Frühling und Herbst ist es meist zu kühl auf der Terrasse und die Terrasse muss mehr gepflegt werden, um Schäden durch Feuchtigkeit, Schimmel und Moose zu verhindern.
Tipp: Mit einer Überdachung und flexiblen Glaswänden kannst du eine bereits vorhandene Nordterrasse in einen beheizbaren Wintergarten verwandeln.
Ostterrasse
Mit einer Ostterrasse bekommst du als erstes mit, wenn die Sonne am Morgen aufgeht.
Vorteil: Hier geniesst du die Morgensonne in vollen Zügen, kannst ausgedehnt frühstücken und dich von den ersten Sonnenstrahlen des Tages wärmen lassen.
Nachteil: Erreicht die Sonne in den Mittagsstunden ihren Höchststand, verschwindet sie langsam und die Hauswand hüllt die Terrasse in Schatten.
Westterrasse
Wenn du gerne den späten Nachmittag und Abend draussen verbringst, solltest du die Terrasse nach Westen ausrichten. Die Sonne steht nicht mehr so hoch und brennt nicht so stark wie in den Mittagsstunden.
Vorteil: Du kannst die Nachmittags- und Abendstunden im Sommer richtig geniessen, perfekt für Gartenpartys.
Nachteil: Abseits des Hochsommers dauert es erst einmal, bis sich deine Terrasse «aufgeheizt» hat.