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Pflanzen überwintern – so geht’s

Inhalt

Der Winter steht vor der Tür – Zeit, deine Pflanzen auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten! Egal, ob Kübelpflanzen oder empfindliche Gartenbewohner: Mit den richtigen Massnahmen schützt du sie vor Frost und Trockenheit. Wir zeigen dir, wie du Überwinterungsorte optimal gestaltest, welche Pflege deine Pflanzen jetzt brauchen und welche Fehler du vermeiden solltest. So blühen sie im Frühling wieder in voller Pracht! 

Pflanzen überwintern: der Einstieg

Winterharte Pflanzen sind vor allem unter den heimischen Sorten zu finden. Sie haben verschiedene Strategien entwickelt, um Minusgrade zu überstehen. Gewächsen, die ursprünglich aus wärmeren Regionen stammen, fehlt dieser natürliche Frostschutz. Kälte und Nässe stören den Stoffwechsel, beziehungsweise den Kreislauf zwischen Wurzeln und Blättern. Damit du auch diese Pflanzen sicher überwintern kannst, ist es wichtig, ihre Ansprüche zu kennen. 

Die Schutzmassnahmen für frostempfindliche Pflanzen lassen sich in drei Kategorien unterteilen:

  1. Winterschutz für Gartenpflanzen 
  2. Winterschutz für Kübelpflanzen auf Balkon und Terrasse 
  3. Schutz im Winterquartier 

1. Winterschutz für Gartenpflanzen

Einige bedingt winterharte Pflanzen können auch in unseren Breiten im Garten ausgepflanzt und draussen überwintert werden. Dazu gehören je nach Sorte einige Olivenbäumchen sowie Feigenbaum, Zypresse und Hanfpalme. Vor zu grosser Kälte oder ausgeprägter Nässe solltest du sie aber mithilfe folgender Massnahmen schützen. 

Die richtige Standortwahl

Schon während du dir überlegst, wo deine Pflanzen stehen sollen, empfiehlt es sich, die Überwinterung im Hinterkopf zu halten. Standorte an Haus- oder Garagenwand sowie neben dichten Hecken und Büschen können bereits einen leichten Schutz gewährleisten. Es kommt aber auch auf die Licht- und Temperaturbedürfnisse an. 

Pflanzen zum Überwintern abdecken

  • Hast du Beete in deinem Garten, kannst du sie vor Frost schützen, indem du sie einfach abdeckst. Zum Einwintern der Pflanzen eignen sich zum Beispiel Vlies, Jute, spezielle Schutzhauben und natürliche Materialien wie Rindenmulch oder Reisig. 
  • Wie du deine übrigen Gewächse am besten abdeckst, hängt von der jeweiligen Pflanze ab. Die Rinde junger Zier- und Obstbäume beispielsweise ist anfällig für Frostrisse. Um diese zu verhindern, kannst du den Stamm mit Jutestreifen oder einer Rohrmatte umwickeln. 
  • Besitzt du einen Steingarten mit frostempfindlichen Stauden aus alpinen Herkunftsregionen, lässt sich der durch eine dicke Schneeschicht gegebene Frostschutz mit einem Kunststoffvlies nachahmen. 
  • Einzelne Pflanzen kannst du mit natürlichen Abdeckmaterialien für den Boden, wie Rindenmulch, Laub oder Stroh, vor Kälte und Nässe schützen. Wichtig ist, dass die Materialien luft- und lichtdurchlässig sind. Sie beschatten hinreichend, lassen genug Licht durch, schützen vor eisigem Wind und wirken wärmeisolierend. 
  • Bei Rosen muss vor allem die empfindliche Veredelungsstelle an der Triebbasis geschützt werden. Dazu eignet sich eine Mulchschicht oder angehäufte Erde. Die Veredelungsstelle von Hochrosen liegt unterhalb der Krone. Einen effektiven Frostschutz erreichst du, wenn du die gesamte Krone mit einer Vlieshaube bedeckst. 
  • Der Wurzelbereich immergrüner Sträucher sollte ebenfalls mit einer dicken und grossflächigen Schicht Mulch abgedeckt werden. 

Wichtig: Die Materialien sollten luft- und feuchtigkeitsdurchlässig sein, damit sich darunter keine Staunässe bildet. Denn diese begünstigt die Entstehung von Schimmel und Schädlingsbefall. 

Pflanzenschutzzelt für den Winter

Spezielle Überwinterungszelte für Pflanzen bieten besonders zuverlässigen Schutz. Sie bestehen aus einem stabilen Rohrgestänge und einer Gitternetzfolie, die du direkt über der Pflanze aufstellst. Per Reissverschluss lässt sich bei Bedarf ein Boden an den Seitenwänden befestigen. Um ausreichend Stabilität zu gewährleisten, werden sie mit Haken im Boden verankert. Da die Folie lichtdurchlässig ist, wird die Pflanze ausreichend mit Licht versorgt. Dabei ändern sich die Lichtverhältnisse nicht plötzlich, was Stress reduziert

Ohne weiteres Zubehör ist ein Überwinterungszelt für alle Pflanzen optimal, die bedingt frostempfindlich sind. Sollen frostempfindliche Pflanzen darin überwintern, stattest du das Zelt am besten mit einem sogenannten Frostwächter aus. Dabei handelt es sich um eine Heizung, die eine allzu starke Temperaturabsenkung verhindert. 

2. Winterschutz für Kübelpflanzen auf Balkon und Terrasse

Um deine Balkon- und Terrassenpflanzen optimal auf die Überwinterung vorzubereiten, kannst du schon vorher ein paar Massnahmen ergreifen: 

  • Weniger giessen: Drossle bereits im Herbst zunehmend die Wasserzufuhr. Das beugt Staunässe und Wurzelfäule vor. 
  • Reinigen und auf Schädlinge untersuchen: Wische Staub von Blättern und Stängeln ab. Kontrolliere dabei zugleich, ob eine Pflanze von Schädlingen befallen ist. Falls ja, ist die Gefahr gross, dass sich Milben und Läuse im Winterquartier weiter auf andere Pflanzen ausbreiten. 
  • Rückschnitt: Schneide deine Gewächse zurück und beseitige verwelkte Blüten und Blätter. Ein radikaler Rückschnitt erfolgt allerdings erst im Frühling. 
  • Düngen stoppen: Nutze kein Düngemittel mehr, da es das Wachstum anregt. 
  • Temperaturgewöhnung: Willst du Töpfe und Bottiche in der beheizten Wohnung unterstellen, verhinderst du einen Wärmeschock, indem du die Pflanzen kurzfristig an einem kühleren Ort abstellst, zum Beispiel in der Garage oder im Flur. 

Selbst winterharte Gartenpflanzen brauchen einen gewissen Schutz, wenn sie im Kübel auf der Terrasse oder dem Balkon stehen. Denn das Wurzelwerk wird durch das Pflanzgefäss nicht so stark geschützt wie durch das Erdreich. Frost kann so leichter eindringen und die Wasserzufuhr unterbrechen. Deshalb solltest du robuste Pflanzen wie Buxus und Ahorn ebenso wie Kräuter und Blumen auf das Überwintern vorbereiten. Umwickle sie mit mehreren Schichten Schilfmatten, Leinen, Vlies oder Luftpolsterfolie, sodass eine circa zehn Zentimeter dicke Isolierschicht entsteht. Damit keine Kälte von unten eindringt, sollte der Kübel auf eine Styropor- oder Holzplatte gestellt werden. Die Wurzelballen sind zudem geschützter, wenn die Erde oben mit einer lockeren, luftdurchlässigen Schicht Reisig oder Rindenmulch abgedeckt wird. 

Informiere dich am besten über den sogenannten Winterhärtegrad und die empfohlenen Temperaturen, über die das Etikett an der Pflanze Auskunft gibt. Je niedriger der Härtegrad, desto weniger verträgt ein Gewächs Minustemperaturen. Grundsätzlich hilft bei der Überwinterung von Kübelpflanzen die Unterscheidung in 

  1. winterharte, 
  2. immergrüne und 
  3. frostempfindliche Kübelpflanzen. 

Winterharte Kübelpflanzen

Draussen bleiben können winterharte Kübelpflanzen, da sie an das kalte Klima angepasst sind und Frost ihnen weniger ausmacht. Heimische Stauden sowie die meisten hier beheimateten Laub- und Nadelhölzer sind winterfest. Ausserdem gibt es viele winterharte Kübelpflanzen, die im Sommer Blüten bilden, etwa Wiesensalbei und Kartäusernelke. Auch bei Schnee und Eis musst du auf Farbtupfer nicht verzichten: Christrosen, Heidekraut und Lenzrosen blühen auch in den kalten Monaten. Ganz ohne Schutz kommen sie jedoch nicht aus: Im Topf eingepflanzt fehlt ihren Wurzeln schützendes Erdreich. 

Immergrüne Kübelpflanzen

Grünes Blattwerk und beerentragende Gewächse sind im Winter schön anzusehen. Besonders pflegeleicht ist Buchsbaum. Auch Zuckerhutfichte, Zwergkiefern und Kirschlorbeer sorgen für viel Grün. Generell gilt: Immergrüne Gewächse benötigen helle Standorte. Es ist jedoch Vorsicht geboten: Da sie auch im Winter Blätter tragen, kann ihnen Frost mehr anhaben. Dabei setzt ihnen weniger die Kälte als die sogenannte Frosttrockenheit zu: Scheint an klaren, aber frostigen Wintertagen die Sonne stärker, benötigen die Blätter mehr Wasser, das der gefrorene Boden jedoch nicht liefern kann und sie drohen zu verdursten. 

Frostempfindliche Kübelpflanzen

Bougainvillea, Zitrusbäumchen und Palmen schaffen ein mediterranes Flair. Da sie aus südlicheren Gefilden stammen, überstehen sie Minusgrade nicht. Auch Bambus, Glanzmispel, Kirschlorbeer und Ölweide sind sehr empfindlich gegenüber Frost. Um sie winterfest zu machen, bringst du sie am besten nach drinnen. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht setzen auch Zier- und Laubbäumchen zu. Tagsüber erwärmt sich ihre Rinde und dehnt sich aus, in den kühleren Nächten entstehen Risse. Dabei werden die Zellwände beschädigt. Dies macht sie anfällig für Frost, Schädlinge und Pilze. 

Timing ist alles: Grundsätzlich gilt, dass nicht-winterharte Balkon- und Kübelpflanzen so lange wie möglich im Freien stehen sollten, damit sie ihren Stoffwechsel nach und nach verlangsamen und ihre Widerstandskraft gegen Schädlinge stärken können. Doch viele Pflanzen vertragen keine Temperaturen unter null Grad. Verpasst du den richtigen Zeitpunkt für die Frostschutzmassnahmen, kann das vor allem mediterrane Pflanzen nachhaltig schädigen. Viele Gewächse reagieren bereits auf die ersten Nachtfröste im Herbst empfindlich – hier ist der rechtzeitige Winterschutz besonders wichtig. Generell solltest du frostempfindliche Gewächse, die draussen bleiben sollen, abdecken. 

Im Handel erhältliche Schilf- oder Weidematten kannst du ähnlich wie ein Zelt um die Kübelpflanze herum platzieren. Zusammen mit Bambusstäben erzielst du eine stabile Konstruktion. Eine Laubfüllung schützt zarte Pflänzchen zusätzlich vor starkem Frost. Obst- und Zierbäumchen bewahrt ein reflektierender Weissanstrich vor Frostrissen. Alternativ kannst du die Stämme mit Vlies umwickeln. 

Die richtige Pflege

Auch wenn deine Pflanzen ordentlich geschützt sind, solltest du dich weiterhin um sie kümmern. Ums Giessen kommst du also nicht ganz herum. Gehe dabei allerdings wohldosiert vor: Balkonpflanzen, die Laub abwerfen, benötigen im Winter weniger Wasser als immergrüne Exemplare. Auch der Standort spielt eine Rolle: Je kühler es dort ist, desto weniger Wasser ist nötig. Mitunter reicht einmal Giessen im Monat aus. Einen Anhaltspunkt bietet die Erde: Ist sie sehr trocken, sollte gegossen werden. 

Wichtig ist ausserdem eine regelmässige Kontrolle. Im Winter besteht ein erhöhtes Risiko von Schädlingsbefall. Untersuche insbesondere die Blattunterseiten. Haben Schildläuse und Spinnmilben diese bereits erobert, hilft Insektenschutzmittel. Am besten eignen sich Granulate oder Stäbchen. Überprüfe bei draussen stehenden Töpfen und Kisten zudem regelmässig, ob der Winterschutz die Pflanzen noch vollständig bedeckt. 

3. Schutz im Winterquartier

Einige Pflanzen sind den hiesigen Temperaturen im Winter nicht gewachsen. Sie benötigen in jedem Fall ein trockenes und frostfreies Winterquartier. Ein Gewächshaus, ein Wintergarten oder ein eigenes Pflanzenhaus ist ideal. Doch auch eine Garage, ein Keller, das Treppenhaus oder die Wohnung kommen infrage, wenn sie den nötigen Anforderungen entsprechen. Aber Vorsicht: Achte auf eine gute Belüftung, um Pilzbefall zu verhindern. Viele Pflanzen vertragen die trockene Heizungsluft nicht gut. Ein Luftbefeuchter schafft Abhilfe. 

Temperatur- und Lichtbedarf

Die meisten mediterranen Pflanzen lassen sich gut bei Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad einwintern. Tropische und subtropische Gewächse dagegen benötigen höhere Temperaturen von mindestens 15 Grad. Zu warm darf es aber auch nicht sein, da die Pflanzen sonst nicht in die Winterruhe übergehen und mehr Licht benötigen. Kontrolliere die Temperatur deshalb regelmässig mit einem Thermometer. 

Ist es zu dunkel, kann es zum Blattwurf kommen: Die Pflanzen verlieren ihre Blätter und tragen im nächsten Jahr weniger Blüten. Um das zu verhindern, kannst du sie mit LED-Licht bestrahlen. Sogenannte Pflanzenlampen dienen als zusätzliche Lichtquelle oder ersetzen das fehlende Tageslicht in dunklen Winterquartieren komplett. Ist Letzteres der Fall, sollte die Lampe etwa acht Stunden am Tag brennen. Ergänzt sie lediglich das Tageslicht, kann die Brenndauer verkürzt werden. 

Als Orientierung für die Lichtintensität kannst du den Luxwert heranziehen. Er lässt sich mit einem Luxmeter bestimmen. Dabei gilt: 

  • Überwinterung bei fünf bis zehn Grad: 1'500 Lux 
  • Überwinterung bei 15 Grad: 3'000 Lux 

Gewächshaus zum Überwintern nutzen

Natürlich haben nicht alle Haushalte Platz, die Pflanzen zur Überwinterung nach innen zu schaffen. Gewächshaus, Garage oder Gartenhäuschen stellen eine gute Alternative dar. Gerade für immergrüne und mediterrane Pflanzen ist es die optimale Lösung. 

Sollen Pflanzen im Gartengewächshaus überwintern, ist zwischen zwei Varianten zu unterscheiden: 

  • Kaltgewächshaus: Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad 
  • Warmgewächshaus: Temperaturen zwischen elf und 15 Grad 

Kaltgewächshäuser eignen sich zur Überwinterung von Pflanzen, die auch etwas niedrigere Temperaturen vertragen. Dazu gehören unter anderem Oleander, Fuchsien, Feige und Petunien. Für Zitruspflanzen und exotische Gewächse ist es dort jedoch zu kalt. Orangen und Agaven beispielsweise überleben nur in einem Warmgewächshaus. Willst du dein Kaltgewächshaus aufrüsten, ist das wie beim Überwinterungszelt mit einem Frostwächter möglich. Besitzt dieser keine automatische Abschaltfunktion, empfiehlt es sich, ein Thermostat zwischenzuschalten. Es misst die Umgebungstemperatur und schaltet die Heizung beim Erreichen der Zieltemperatur ab. So sparst du Energie. 

Wenn du deine Pflanzen zum Überwintern im Gewächshaus lagerst, achte darauf, regelmässig zu lüften. Das ist besonders an milden Tagen wichtig, damit die Wärme abfliessen kann. Anderenfalls verlieren die Pflanzen ihre Winterhärte und reagieren umso empfindlicher, wenn es zu erneuten Kälteeinbrüchen kommt. Achte ausserdem auf den Abstand zwischen den Gewächsen. Stehen sie zu eng, können sich Schädlinge schnell verbreiten. 

Übrigens kannst du die Überwinterungsbedingungen schon beim Bau des Gewächshauses positiv beeinflussen: Lege ein tiefreichendes Fundament an und verwende eine starke Eindeckung zum Schutz vor Frost. Als zusätzliche Dämmschicht kannst du im Winter auch eine Luftpolsterfolie von innen an den Dachflächen und Wänden des Gewächshauses befestigen. 

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