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Dieses Obst kannst du auf deinem Balkon anbauen

Inhalt

Wenn du keinen eigenen Garten hast, muss du trotzdem nicht auf frisches Obst verzichten. Obst auf dem Balkon anzubauen ist nicht schwer und liefert reiche Ernten – die perfekte Möglichkeit, auch ohne Garten für leckere Snacks zu sorgen. Das geht nämlich auch auf kleinstem Raum. 

Obst auf dem Balkon anbauen: die Grundlagen

Obst im Topf zu ziehen, ist keine neue Erfindung. Schon im 18. Jahrhundert kultivierte der Adel Obst in Kübeln, um es direkt von der gedeckten Tafel aus zu pflücken. Und auch wer heute in Balkonkästen oder Kübeln Obst auf dem Balkon anbaut, kann im Sommer ausgiebig naschen. 

Die richtige Ausrüstung

Damit der Anbau von Obst auf dem Balkon gelingt, sind die richtige Ausrüstung und der passende Standort entscheidend. Neben geeigneten Gefässen kommt es auch auf das richtige Substrat und ausreichend Sonnenlicht an. Hier sind die wichtigsten Punkte im Überblick: 

Je nach Pflanzenart benötigst du einen Balkonkasten oder einen grossen Kübel von mindestens 20 cm Durchmesser und so viel Fassungsvermögen, wie die Pflanze zum Wachsen braucht. Wichtig bei beiden Gefässen sind Ablauflöcher für das Wasser

Früchte benötigen viel Licht. Ideal sind bis zu 6 Sonnenstunden täglich. Allerdings ist auf einem Südbalkon Vorsicht geboten: Stehen die Pflanzen zu lange ungeschützt in der Sonne, kann ihnen Trockenheit zu schaffen machen. Nützlich sind in diesem Fall einige Schattenspender. 

Pflege und Giessen

Nach der Auswahl der richtigen Ausrüstung geht es an die Pflege. Obstpflanzen benötigen viel Wasser. Giesse deshalb häufig, am besten morgens oder vormittags, damit die Pflanze das Wasser direkt verwertet. Giesst du abends, bleibt die Erde häufig über Nacht feucht, was Pilzbefall zur Folge haben kann. 

Um zu wachsen, braucht Obst ausser Wasser auch viele Nährstoffe. Deshalb ist ein hochwertiges Pflanzensubstrat, das Wasser und Nährstoffe gut speichert, ideal. Welche Erde das Obst im Kübel braucht, hängt von den Pflanzen ab. So eignet sich für Obstgehölz etwa ein Substrat mit Blähton am besten. Grundsätzlich empfiehlt sich für Nutzpflanzen Bio-Erde, die mit ökologischem Langzeitdünger präpariert ist. Muss zwischendurch gedüngt werden, solltest du auf reifen Kompost als organisches Düngemittel zurückgreifen. 

Obstsorten für den Balkon

Obst auf dem Balkon zu pflanzen ist nicht nur praktisch, sondern bietet auch eine beeindruckende Vielfalt. Von pflegeleichten Klassikern wie Erdbeeren bis hin zu exotischen Mini-Obstbäumen – hier finden alle die passende Sorte. Erfahre, welche Pflanzen sich besonders gut für den Balkon eignen und wie du das Beste aus deinem kleinen Garten herausholst. 

Klassiker: Erdbeeren, Himbeeren und Co.

Erstaunlich viele Obstsorten lassen sich mit geringem Aufwand auf dem Balkon ziehen. Am beliebtesten und pflegeleichtesten sind Erdbeeren. Ob im Kübel oder im Balkonkasten: Um zu gedeihen, brauchen die köstlichen Früchte lediglich einen sonnigen Standort und ausreichend Platz in humusreicher und lockerer Erde. Setze die Jungpflanzen im Abstand von 30 cm in die Erde und versorge sie stets mit ausreichend Wasser. Mehr Pflegeaufwand ist in der Regel nicht erforderlich, weshalb dieses Obst für den Balkon vorwiegend bei Einsteigern beliebt ist. 

Für die Zucht auf dem Balkon eignen sich Hängeerdbeeren oder Monatserdbeeren, die während der gesamten Gartensaison geerntet werden können. Anstatt Jungpflanzen zu setzen, kannst du auch Erdbeersamen säen. Diese sollten jedoch zunächst in einer mit Klarsichtfolie bedeckten Schale mit Anzuchterde vorkeimen, bevor sie direkter Sonnenstrahlung ausgesetzt werden. 

Ausser Erdbeeren sind auch Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren und Heidelbeeren für den Anbau im Balkonkasten oder Kübel geeignet. Spezielle Sorten, die relativ klein bleiben, machen dies möglich. Allerdings hat jedes Obst andere Ansprüche. So benötigen Heidelbeeren etwa weniger Licht, dafür aber saure Erde. 

Obstbäume im Mini-Format

Äpfel, Birnen, Kirschen, Zwetschgen oder Pflaumen aus eigener Ernte? Auch solches Obst kann auf dem Balkon gedeihen. Obstbaumschulen bieten Mini-Züchtungen von Baumobstarten an, die sich dank ihrer Kleinwüchsigkeit und Robustheit gut mit einem Leben im Kübel arrangieren. Auf sonnigen Südbalkonen kannst du sogar Südfrüchte wie Kiwis, Zitronen und Orangen ziehen. Allerdings brauchen Obstgehölze viel Aufmerksamkeit. Wässern, Düngen und permanente Schädlingskontrolle sind obligatorisch. Im Winter müssen die Zwergbäumchen vor der Kälte geschützt werden. Am besten ist es, sie zum Überwintern an einer gut geschützten Stelle im Garten einzugraben. Wer keinen Garten hat, verpackt den Kübel in Vlies sowie Folie und stellt ihn in den sicheren Schatten einer Hauswand. 

Kombinationsmöglichkeiten: Obst und Gemüse

Für jeden Geschmack gibt es das passende Obst auf dem Balkon. Wer es gerne klein und süss mag, der kann sich mit Himbeeren ein Snackparadies errichten. Aber auch Pfirsich und Feige eignen sich gut für die Kultur im Kübel. Salate, Tomaten, Peperoni und Kohlrabi sind prima für die Balkonzucht geeignet. Einzige Bedingung: Grundsätzlich sollten alle Gemüsesorten und vor allem die Beeren genügend Sonne bekommen, damit sie ihr Aroma richtig entfalten können. 

So gehst du vor

Besonderheiten für unterschiedliche Balkonarten

Nicht jeder Balkon bietet gleich viel Platz, doch das bedeutet nicht, dass man auf den eigenen Naschbalkon verzichten muss. Ob grosse Dachterrassen oder kleine Balkone – für jede Art gibt es passende Lösungen, um Obst und Gemüse anzubauen. Hier erfährst du, welche Pflanzen sich besonders eignen und wie du das Beste aus deinem Balkon herausholst. 

Grosse Balkone und Dachterrassen

Auf die Frage, welche (Nutz-)Pflanzen sich gut für den Balkon eignen, wird oft Säulenobst empfohlen. Dabei handelt es sich um schmal wachsende Obstbäumchen, die in Baumschulen auf schwach wachsenden Unterlagen veredelt werden und sich somit gut für den Anbau in Kübeln und Töpfen eignen. Da Säulenobstbäume bis zu 2 m hoch werden können, eignen sie sich vorwiegend für grosse Balkone oder Dachterrassen. Nur wenige Obstsorten wachsen von Natur aus schmal in die Höhe, deshalb gehört zur Säulenobstpflege der Schnitt. Seitentriebe sollten je nach Obstart entweder direkt am Stamm abgeschnitten oder auf eine Länge von 10 bis 15 cm gekürzt werden, wie das zum Beispiel bei Säulenbirne und -kirsche der Fall ist. 

Säulenobstbäume sind pflegeleicht und ertragreich. Werden sie in einen grossen Kübel – ideal sind mindestens 40 Liter Fassungsvermögen – in einem lockeren Erde-Kompost-Gemisch gepflanzt, erhalten sie konstant Nährstoffe und Feuchtigkeit und müssen nur etwa alle 5 Jahre umgetopft werden. Werden die Bäume regelmässig gewässert und gedüngt, sind schon im zweiten Standjahr Erträge zu erwarten. Allerdings ist Säulenobst auch für Ertragsschwankungen bekannt. Wurden in einem Jahr sehr viele Früchte geerntet, kann es passieren, dass ein Bäumchen im nächsten Jahr überhaupt keinen Ertrag bringt. Um dem vorzubeugen, empfehlen Gärtner, nicht mehr als 30 Früchte pro Jahr ausreifen zu lassen und den Rest im Frühsommer zu entfernen. 

Kleine Balkone

Der eigene kleine Naschbalkon ist eine grossartige Sache. So hast du jederzeit Obst und Gemüse in Bioqualität. Und für Kinder ist es ein Erlebnis zu sehen, wie die geliebte Erdbeere immer reifer wird, bis sie schliesslich direkt von der Pflanze in den Mund wandern kann. 

Für deine kleine Obst- und Gemüsezucht auf dem Balkon brauchst du eigentlich nicht viel. Ein paar grössere Pflanzengefässe, Samen oder junge Obst- und Gemüsepflanzen reichen aus, und schon kannst du dich auf die baldige Ernte freuen. 

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