Kräuter pflanzen
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Ohne Kräuter wäre manches Gericht nur halb so lecker. Und was wären wir ohne Kräutertees, gerade bei Magen- oder Erkältungsbeschwerden? Noch besser schmeckt es, wenn die Kräuter aus dem selbst angelegten Kräutergarten kommen. Mit ein paar einfachen Tipps gelingt es dir im Handumdrehen.
Wo und wie du Kräuter anpflanzt
Egal, ob auf dem Balkon, im Hochbeet oder in einer Kräuterspirale – mit frischen Kräutern holst du dir nicht nur einen Hauch Natur in dein Zuhause, sondern auch unvergleichliche Aromen in die Küche. Mit der richtigen Vorbereitung und etwas Planung kannst du überall frische Kräuter anpflanzen – und geniessen.
Kräuter im Hochbeet pflanzen
Ein Hochbeet bietet gegenüber ebenerdigen Beeten einige Vorteile: Es ist rückenschonend, platzsparend und schützt deine Kräuter vor Schädlingen.
Für eine optimale Nutzung ist allerdings eine durchdachte Befüllung wichtig:
- Unten: Grobes Material wie Äste oder Strauchschnitt sorgt für Drainage.
- Mitte: Gartenabfälle und Kompost liefern Nährstoffe.
- Oben: Pflanzerde bildet die Grundlage für Gemüse, Blumen oder Kräuter.
Plane deine Pflanzen so, dass sie sich in ihrem Wachstum ergänzen. Kombiniere zum Beispiel niedrig wachsende Kräuter wie Petersilie mit aufrechter wachsenden Kräutern wie Rosmarin, um Platz effizient zu nutzen. So erreichst du hohe Erträge und eine ganzjährige Blütenpracht.
Kräuter auf dem Balkon pflanzen
Auch auf einem kleinen Balkon kannst du aromatische Kräuter ziehen. Entscheidend ist dabei vor allem die Ausrichtung des Balkons, denn je nach Richtung solltest du die Auswahl deiner Pflanzen anpassen:
- Nordbalkon: Kräuter wie Bärlauch, Brunnenkresse oder Knoblauchrauke gedeihen trotz wenig Licht.
- Ost- und Westbalkon: Perfekt für heimische Kräuter wie Petersilie, Zitronenmelisse und Dill. Die Mischung aus Licht und Schatten schafft ideale Bedingungen.
- Südbalkon: Mediterrane Kräuter wie Salbei, Rosmarin, Thymian und Oregano fühlen sich in der Sonne besonders wohl.
Für das Anpflanzen deiner Kräuter auf dem Balkon nutzt du am besten Anzuchttöpfe aus organischem Material. Die Wurzeln wachsen hindurch, sodass du die Setzlinge samt Topf einpflanzen kannst. Fülle die Anzuchttöpfe mit spezieller Anzuchterde. Wenn du schliesslich die Samen hineingibst, solltest du sie leicht andrücken und falls erforderlich, mit Erde bedecken. Sind die Pflanzen gewachsen, kannst du sie in grössere Töpfe oder ein Hochbeet umpflanzen.
Die Kräuterspirale: Ein Highlight im Garten
Eine Kräuterspirale vereint Funktionalität und Design: Sie ist ein echter Hingucker im Garten und schafft ideale Bedingungen für Kräuter mit unterschiedlichen Bedürfnissen.
So legst du eine Kräuterspirale an:
- Standort wählen: Der Platz sollte geschützt sein, damit die Kräuter auch im Winter gedeihen. Richte das Ende der Spirale nach Süden aus.
- Grundfläche vorbereiten: Hebe die Fläche spatentief aus und fülle das Fundament mit Kies und Schotter für eine gute Drainage.
- Spirale bauen: Verwende Natur- oder Mauersteine und achte auf eine leichte Neigung nach innen.
Eine Kräuterspirale besteht aus drei verschiedenen Zonen:
- Mittelmeerzone (oben): Sonnig und trocken – ideal für Rosmarin, Thymian und Majoran. Die Erde solltest du mit Sand und Kalk anreichern.
- Normalzone (mittig): Trocken bis halbschattig – geeignet für Kräuter wie Oregano oder Koriander. Hier lohnt es sich, Erde mit mehr Humus zu verwenden.
- Feuchtzone (unten): Komposterde und Substrat bieten ideale Bedingungen für Kräuter wie Petersilie und Schnittlauch.
Zu den geeigneten Kräutern für die Kräuterspirale zählen:
- Basilikum: Normalzone, besonders lecker in mediterranen Gerichten.
- Dill: Feuchtzone, ideal für Salate, Fisch und Suppen.
- Salbei: Mittelmeerzone, passt zu Fleisch und Gemüse.
- Thymian: Mittelmeerzone, ein vielseitiger Allrounder.
- Petersilie: Feuchtzone, für Suppen, Fleisch und Brot.
- Rucola: Normalzone, perfekt für Salate und Saucen.
- Sauerampfer: Feuchtzone, für Salate und Suppen.
- Oregano: Normalzone, würzt Nudelsaucen und Gemüsegerichte.
Nicht geeignet für die Kräuterspirale sind hingegen Kräuter wie Minze, Liebstöckel oder Meerrettich. Diese Pflanzen wachsen stark und könnten andere Kräuter verdrängen.
Die richtigen Kräuter pflanzen
Ein Kräutergarten ist vielseitig und praktisch, ob auf dem Balkon, im Garten oder sogar in der Wohnung. Damit deine Kräuter optimal wachsen, solltest du den Standort, den Wasser- und Nährstoffbedarf sowie die Verträglichkeit der Pflanzen beachten.
Der richtige Standort: Licht oder Schatten?
Einheimische Kräuter wie Petersilie oder Schnittlauch gedeihen am besten an halbschattigen, gemässigten Standorten. Mediterrane Kräuter wie Basilikum, Thymian und Rosmarin lieben hingegen sonnige und warme Plätze.
- Sonnig und warm: Basilikum, Oregano, Thymian, Koriander, Majoran, Rosmarin, Lavendel
- Hell ohne direkte Sonne: Schnittlauch, Petersilie, Dill, Kerbel, Zitronenmelisse
- Schattig und kühl: Bärlauch, Kresse, Rucola
Achte darauf, die Standortvorlieben deiner Kräuter zu kennen. Informationen dazu findest du auf den Samenverpackungen oder direkt beim Kauf. Für schattenliebende Kräuter eignet sich z. B. ein Nordbalkon, während sonnenliebende Pflanzen auch am Südfenster in der Wohnung gedeihen können.
Kräutergarten: Was passt zusammen?
Nicht alle Kräuter vertragen sich gut miteinander. Unterschiede im Nährstoff- und Wasserbedarf sowie die Wuchshöhe sind entscheidend, wenn es darum geht, welche Sorten du nebeneinander pflanzt.
Gute Nachbarn sind dabei:
- Rosmarin und Basilikum: Fördern gegenseitiges Wachstum.
- Petersilie, Schnittlauch und Dill: Haben ähnliche Bedürfnisse und ergänzen sich gut.
- Salbei, Thymian und Oregano halten Schnecken und Läuse fern.
Vorsicht ist bei diesen Kombinationen geboten:
- Fenchel und Koriander behindern sich gegenseitig.
- Thymian und Majoran haben unterschiedliche Standortansprüche.
- Petersilie und Kamille harmonieren nicht im gleichen Gefäss.
Mineralien und Nährstoffe
Hinsichtlich des Nährstoffbedarfs gibt es entscheidende Unterschiede zwischen den Kräutern. Beispielsweise benötigen Schnittlauch, Dill, Petersilie und Kerbel nährstoffreiche Erde. Pflanze diese Kräuter zusammen in eine Kiste mit humusreichem Substrat. Ein Zuviel an Mineralien bekommt mediterranen Kräutern weniger. Sie bevorzugen karge Böden und reagieren auf Überdüngung empfindlich. Borretsch, Bohnenkraut und Majoran bevorzugen nährstoffarme Erde, wenn auch nicht ganz so magere wie mediterrane Gewächse.
Wasserbedarf beachten
Berücksichtige beim Anlegen deines Kräutergartens auch den Wasserbedarf der Pflanzen, falls du mehrere Arten in einer Kiste kombinieren möchtest. Pflanze in deinem Kräutergarten auf dem Balkon etwa nicht durstige Pflanzen neben solchen, die keine Staunässe vertragen – den Wasserbedarf findest du auf dem Etikett. Achte auch auf das Aussehen der Pflanze: Kräuter, die viel Wasser benötigen, haben eher grossflächige, weiche und dünne Blätter.
- Hoher Wasserbedarf: Kräuter wie Zitronenmelisse, Kerbel oder Petersilie
- Trockenheitstolerant: Mediterrane Kräuter wie Thymian, Rosmarin und Oregano
So pflegst du deine Kräuter richtig
Deine Kräuter benötigen eine individuelle Pflege, damit sie optimal wachsen und gedeihen können. Dabei sind vor allem das richtige Düngen und Giessen entscheidend. Mit ein paar einfachen Tipps sorgst du dafür, dass deine Pflanzen gesund bleiben und eine reiche Ernte liefern.
Richtig giessen: So bleibt dein Kräutergarten gesund
Kräuter haben unterschiedliche Ansprüche an Feuchtigkeit. Bei Kräutern mit einem hohen Wasserbedarf solltest du darauf achten, dass die Erde stets leicht feucht bleibt, aber keine Staunässe entsteht. Trockenheitstolerante Pflanzen kommen mit weniger Wasser aus. Warte hier, bis die oberste Erdschicht trocken ist, bevor du erneut giesst.
Giesse deine Kräuter morgens oder abends, um Verdunstung durch direkte Sonne zu vermeiden. Benetze nicht die Blätter, da dies Pilzbefall fördern kann. Nutze eine Giesskanne mit feiner Tülle, um die Wurzeln schonend zu bewässern.
Düngen: der richtige Nährstoff-Mix für Kräuter
Auch beim Düngen gilt: Nicht alle Kräuter haben die gleichen Bedürfnisse. Schwachzehrer benötigen nur wenig Nährstoffe. Dünge diese Pflanzen sparsam und verwende eine nährstoffarme Erde. Pflanzen mit höherem Nährstoffbedarf gedeihen besser mit humusreicher Erde und regelmässiger Düngung, z. B. alle zwei Wochen mit organischem Flüssigdünger.
Tipps fürs Düngen:
- Verwende Kräuterdünger oder Kompost für natürliche Nährstoffe.
- Dünge während der Wachstumsphase, idealerweise von Frühjahr bis Spätsommer.
- Vermeide Überdüngung, da dies das Aroma der Kräuter negativ beeinflussen kann.
Kräuter kombinieren für Schädlingsschutz
Einige Kräuter sind nicht nur nützlich in der Küche, sondern eignen sich auch hervorragend als natürlicher Schutz vor Schädlingen.
- Rosmarin, Thymian und Salbei: Diese aromatischen Kräuter geben Duftstoffe ab, die Läuse, Schnecken und Raupen fernhalten.
- Kerbel und Schnittlauch: Diese Pflanzen schützen vor Mehltau.
- Bohnenkraut: Wirkt gegen Blattläuse und sorgt so für gesunde Nachbarn.
Tipp: Pflanze Oregano neben Tomaten, um diese vor Schädlingen zu schützen – so profitieren alle Pflanzen in der Umgebung.
Zusätzliche Pflegehinweise für gesunde Kräuter:
- Schneide deine Kräuter regelmässig zurück.
- Ernte sie ausserdem, wenn sie reif sind, um das Wachstum anzuregen und die Pflanzen in Form zu halten.
- Schneide verholzte Kräuter wie Rosmarin im Frühjahr zurück, um sie zu verjüngen.
- Kontrolliere deine Pflanzen regelmässig auf Befall und entferne Schädlinge von Hand.