JUMBO Logo

Warmes oder kaltes Licht? Hell oder dunkel? JUMBO-Experte Roger Bürgisser erklärt, welchen Raum man wie beleuchtet, welche technischen Trends es gibt und was eine Beleuchtung perfekt macht.

Aktualisiert, 17. Oktober 2019  |  Xenia Imbach


Raumbeleuchtung: Die Wirkung von Licht


Herr Bürgisser, was ist für Sie die perfekte Raumbeleuchtung?

Das perfekte Licht gibt die eigene Stimmung wieder und macht aus dem Zuhause eine richtige Wohlfühloase. Die Raumbeleuchtung soll aber auch flexibel sein. Man fühlt sich ja nicht immer gleich. Manchmal steht es einem eher nach Party, ein anderes Mal ist man müde. Die perfekte Beleuchtung muss also individuell auf die aktuellen Bedürfnisse abstimmbar sein.


Die Beleuchtung hat also eine direkte und starke Wirkung auf unser Wohlbefinden?

Ja, vor allem die Helligkeit hat einen grossen Einfluss. Hat man zu wenig Licht, wird man depressiv ­– vor allem im Winter, wenn die Tage kurz sind. Zu viel Licht ist aber auch nicht gut. Steht man in der Nacht auf und geht zum Kühlschrank, dann will man nicht von hellem Licht geblendet werden. Hier ist es wichtig, dass man die Lampen oder Leuchtmittel in der Lichtstärke dimmen kann. Es spielt aber auch eine grosse Rolle, ob man warmes oder kaltes Licht einsetzt.


In welchen Räumen empfehlen Sie kaltes Licht?

Eine kalte Beleuchtung eignet sich überall dort, wo man arbeitet und gut sehen muss, zum Beispiel im Büro, in der Küche oder im Bad. Zum Vergleich: Metzgereien beleuchten die Arbeitsplätze mit extrem kaltem Licht. Das geschieht aus Sicherheitsgründen. Die Arbeit mit dem Messer ist gefährlich, der Metzger muss also genau sehen, wo er schneidet. Das Gleiche gilt auch für zuhause. Im Bad rasiert und schminkt man sich, deshalb braucht es dort eine Lichtquelle für kaltes Licht, ebenso in der Küche, wo man mit dem Messer hantiert, oder im Büro, wo man liest und schreibt.

Wo ist eine Beleuchtung mit warmem Licht angebracht?

Warmes Licht verbreitet eine wohlige Stimmung. Deshalb setzt man es überall dort ein, wo man es gemütlich haben möchte wie im Wohn- und Schlafzimmer oder über dem Esstisch. Ich empfehle eine Raumbeleuchtung mit warmem Licht auch für die Leseecke. Dort ist meiner Meinung nach Gemütlichkeit angebracht.


In jeder Wohnung gibt es Bilder, Kunstwerke oder andere Gegenstände, die man gerne in Szene setzt. Wie setzt man mit der Raumbeleuchtung die richtigen Akzente?

Ich empfehle ein Schienen- oder Seilsystem, an dem man Spotlichter montiert. Diese Spots richtet man in der Position und Richtung aus und beleuchtet Bilder oder Gegenstände genau so, wie man es sich wünscht. Spots haben aber nicht die Aufgabe, den Raum auszuleuchten, sondern sie setzen als Leuchtmittel individuelle Lichtpunkte. Ein grosser Vorteil ist die Flexibilität. Stelle ich ein Zimmer um, versetze ich einfach die Spots, oder ich ergänze sie mit neuen. Ein weiterer Vorteil: Spots sind platzsparend, sprich: es stehen nicht etliche Lampen im Weg herum.


Wenn zusätzlich zur Raumbeleuchtung noch mehrere Spots brennen, muss man dann nicht Angst vor einer hohen Stromrechnung haben?

Nein, das muss man nicht. Ich empfehle, moderne LED-Leuchtmittel einzusetzen. Sie haben einen Stromverbrauch, der 90% tiefer ist als herkömmliche Glühbirnen. Auch wenn man mehrere dieser Lampen brennen lässt, belastet das die Stromrechnung nicht oder nur minim. Wichtig: Man sollte LED-Leuchtmittel der Energieeffizienzklasse A++ wählen. Mit ihnen spart man am meisten Strom.


Sie haben zuvor dimmbare Raumbeleuchtung angesprochen. Wo setzt man sie am besten ein?

Im Wohn- oder Schlafzimmer, also überall, wo es auf Gemütlichkeit ankommt. Zu helles und grelles Licht verhindert das aber. Deshalb ist es wichtig, dass man das Raumlicht dimmen kann.

Raumbeleuchtung: Die technischen Aspekte


Viele Wohnungen sind nicht mit Lichtdimmern ausgestattet. Möchte ich das Licht dimmen, muss ich dann neue Lampen kaufen oder sogar neue Schalter montieren?

Es ist weder nötig, die Hausinstallation zur erneuern noch Speziallampen zu kaufen. Denn es gibt Leuchtmittel, sprich Glühbirnen, die man ganz einfach dimmen kann. Je nach Modell ist es sogar möglich, die Lichttemperatur zu steuern, also zwischen warm und kalt umzuschalten. Die Lichtsteuerung erfolgt also direkt beim Leuchtmittel.

Beleuchtungstrends

Gemütlichkeit und Komfort zu Hause

Smarte Lichtsysteme

Eine grelle (Spar-)Glühbirne, die von der Decke baumelt – das ist kein Beleuchtungskonzept, das Freude ausstrahlt. Heute gibt es smarte Lichtsysteme wie Philips Hue, die Ihre Beleuchtung zum Gesamtkonzept verbinden. Über die Hue-App steuern Sie mit Bluetooth Farbkonzepte und Intensität von bis zu zehn Leuchten gleichzeitig. Dabei können Sie Farbtöne selber auf einer Skala auswählen, oder die App orientiert sich an der Farbgebung von Fotos, die Sie als Inspiration hinterlegen. So können Sie beispielsweise den Sonnenuntergang der letzten Ferien so oft Sie wollen zu Hause wieder erleben.


Sensorik statt Knopfdruck

Sie wollen Energiekosten sparen und den CO2-Ausstoss Ihres Haushalts senken? Dann sind LED-Leuchten mit Präsenzmelder und Dämmerungssensor für die Innenbeleuchtung die passende Wahl für Sie. Ist niemand im Raum oder wird ein bestimmter Grad der natürlichen Sonneneinstrahlung überschritten, schaltet das Licht automatisch aus. Der Unterschied zum Bewegungsmelder besteht darin, dass die Sensoren der Präsenzmelder deutlich empfindlicher sind. Sie reagieren auf kleinste Bewegungen – wie beispielsweise das Tippen auf einer Tastatur –, während Bewegungsmelder nur grössere Bewegungen erkennen. Präsenzmelder eignen sich folglich für Innenräume, Bewegungsmelder für den Aussenbereich.

Raum-, Zonen- und Stimmungslicht

Jedem Raum seine Beleuchtung: Im Wohnzimmer soll es eher gemütlich sein, während Sie im Arbeitszimmer gewisse Bereiche gezielt beleuchten. Hier unterscheiden wir zwischen Raum-, Zonen- und Stimmungslicht.



Raumlicht

Leuchtet den Raum als Ganzes aus und sorgt für die Grundhelligkeit, die man zur Orientierung braucht. Es schafft eine behagliche Atmosphäre und fördert das Wohlbefinden. Es gleicht Helligkeitsunterschiede aus und schont daher das Auge. Für das Raumlicht kommen gleichmässig ausstrahlende Lampen oder Deckenleuchten zum Einsatz.

Zonenlicht

Beleuchtet Bereiche, in denen etwas stattfindet, wie lesen, arbeiten, besprechen etc. Es erweitert das Raumlicht und setzt an gewünschten Orten gezielt Akzente. Eine zonierte Beleuchtung betont das persönliche oder gemütliche Ambiente in bestimmten Bereichen eines Raums. Für Zonenlicht kommen Spots oder Stehlampen zum Einsatz, die gezielt einen Bereich beleuchten.

Stimmungslicht

Schafft Atmosphäre: Es leuchtet, aber beleuchtet nicht. Es steht für Gemütlichkeit, Faszination und Leidenschaft. Seine Wirkung entfaltet es am besten an der Decke, an der Wand, auf der Fensterbank, auf dem Sideboard oder der Kommode, auf dem Regal oder am Boden. Für Stimmungslicht sind gedimmte Steh- oder Tischleuchten besonders gut geeignet.

DIESE BEITRÄGE KÖNNTEN SIE AUCH INTERESSIEREN

Lampen richtig anschliessen und montieren

mehr

Weihnachts-Beleuchtung sicher montieren

mehr

So schützen Sie Ihr Zuhause vor Einbrechern

mehr

Bewegungsmelder: Helfer im Alltag und Einbrecherschreck

mehr