Gipsplatten sind ideal für Renovationen oder Umbauten – beispielsweise als Raumteiler. Gegenüber nicht gemauerten Wänden haben sie einen entscheidenden Vorteil: Sie sind ein «nichttragendes Bauteil» und können später leicht zurückgebaut oder abgeändert werden.

Aktualisiert, 7. Februar 2019 | Marcel Leibacher


Ist Ihr Haus bereits etwas älter oder sind Sie frisch eingezogen, haben Sie vielleicht schon mit dem Gedanken gespielt, hie und da etwas zu renovieren. Was oft nicht ganz den Bedürfnissen entspricht, ist die Raumaufteilung: Haben Sie nicht genug Zimmer für Ihre beiden Kinder, wäre es praktisch, einen Raum in zwei aufzuteilen. In diesem Fall helfen Leichtbauwände aus Gipskarton: Sie sind flexibel einsetzbar, schön – und Sie können die Wände problemlos selber aufziehen.


Je nach Einsatzzweck gibt es verschiedene Gipskartonplatten: Standard-Platten, imprägnierte Platten oder feuerbeständige Platten. Das Sortiment der Standardbauplatten ist mit frischen Farben und unterschiedlichen Grössen so vielfältig wie noch nie. Holen Sie sich unbedingt von unserem Fachpersonal eine Erst- oder Zweitmeinung zu Ihrem Projekt ein – sie sind genau dafür ausgebildet.


Gipsplatten einbauen – so geht's

Wer einen Dachboden oder einen Raum unterteilen will, tut das am besten mit Standardplatten. Die Platten werden als Doppelplanken in einem Metallprofil beplankt (= eingesetzt) – das sorgt für Standfestigkeit. Achtung: Die Standardplatten müssen die Mindestdicke von 12.5 mm ausweisen.

Beachten Sie beim Planen zwei Punkte:


  1. Wenn Sie die Gipsplatte an eine Holzkonstruktion anfügen, legen Sie für den Schallschutz sinnvollerweise eine Dämmschicht dazwischen. Sonst ärgern Sie sich später über die Ringhörigkeit.
  2. Kommt die Gipsplatte auf einen schwimmenden Parkettboden zu liegen, sägen Sie den Parkettboden längs der Wand auf und montieren die Konstruktion direkt auf den Boden. So bleibt die Wand stabil. Wer diese beiden Punkte beachtet, darf sich freuen: Mit der nachfolgenden Anleitung verlegen Sie nicht nur die Platten in einem Tag, sondern werden sogar fertig mit dem Verputzen.

Die Vorbereitung

Schritt 1: Zeichnen Sie zuerst den Verlauf Ihrer Wand nach. Haben Sie die Länge abgemessen, schneiden Sie die Profile zu. Kleben Sie vor dem Befestigen ein Dichtungsband auf die Rückseite des Profils, das sorgt für mehr Stabilität.

Schritt 2: Bevor Sie die Profile am Boden anbringen, sollte schwimmend verlegtes Laminat im Wandverlauf entfernt werden: Für gerade Schnitte im Laminat oder Parkett sorgen eine Handkreissäge und eine Führungsschiene.

Schritt 3: Bohren Sie nun im Abstand von maximal einem Meter Löcher in den Boden und befestigen das Profil mit Drehstiftdübeln (siehe Bild). Sind die UW-Profile fest verankert, machen Sie dasselbe für die Wände: Zeichnen Sie den Verlauf der CW-Ständerprofile mithilfe einer Wasserwaage.

Schritt: 4: Nun befestigen Sie die CW-Ständerprofile an der Wand: Markieren Sie mindestens drei Punkte in regelmässigen Abständen. Sind die drei Löcher gebohrt, befestigen Sie die CW-Ständerprofile ebenfalls mit Drehstiftdübeln in der Wand.

Die Montage

Schritt 5: Ist der Rahmen gemacht, stellen Sie weitere CW-Ständerprofile ein und richten sie mit der Wasserwaage aus. Der Abstand zwischen den einzelnen Profilen hängt von den verwendeten Gipsplatten ab. Bis auf eines der beiden Profile am Türdurchgang zeigen alle Profile in dieselbe Richtung. Montieren Sie nun ein Türsturzprofil und schieben es von oben über die zwei CW-Ständerprofile.

Schritt 6: Steckwinkel in den oberen und unteren Ecken stabilisieren die gesamte Türkonstruktion zusätzlich. Befestigen Sie die Winkel wie bereits die Profile mit Drehstiftdübel.

Schritt 7: Messen Sie die Höhe des Türsturzes aus und übertragen Sie das Mass auf eine Gipsplatte. Ritzen Sie die Oberfläche mit einem Cutter an. Die Platte lässt sich dank dem feinen Schnitt leicht durchbrechen. Das Papier auf der Rückseite können Sie einfach durchschneiden.

Schritt 8: Befestigen Sie die Gipsplatten nun mit Schnellbauschrauben. Tipp: Drehen Sie die Schrauben bündig und nicht zu tief ein, so müssen Sie beim Verputzen die Löcher nicht aufwändig verspachteln. Ist die eine Seite beplankt, können Sie Dämmstoffmatten oder Leitungen in die Zwischenräume legen. Nun können Sie die zweite Seite mit Gipsplatten verkleiden.

Das Verputzen

Schritt 9: Steht Ihre Wand, klopfen Sie sich erst einmal auf die Schulter – herzliche Gratulation! Nun folgt das Spachteln. Dafür rühren Sie die Fugenspachtelmasse mit Wasser an.

Schritt 10: Mit einem Spachtel füllen Sie die Fugen mit der Masse und ziehen sie danach glatt ab. Entfernen Sie überstehendes Material nach 50 Minuten, spachteln Sie bei Bedarf nach und ziehen es erneut glatt ab.

Schritt 11: Anschlussfugen verschliessen Sie nach dem Spachteln mit Acryl.

Schritt 12: Ist die Spachtelmasse trocken und hart, glätten Sie die Fugen mit Schleifpapier und grundieren sie. Ist die Grundierung trocken, verputzen Sie Ihre Gipswand, um diese zu festigen und zu schützen. Zudem erhalten Sie durch den Putz eine glatte Oberfläche.

Was trägt eine Gipswand?

Für Bilder oder eine Pinnwand genügen Nägel vollkommen aus. Als Faustregel gilt: Ein Nagel trägt bis zu fünf Kilogramm Last. Wollen Sie schwerere Gegenstände wie Spiegel oder Bücherregale aufhängen, greifen Sie besser auf Allzweckdübel zurück. 

Die Materialliste

Möchten Sie in Ihrem Zuhause eine Gipswand aufziehen, ist die Einkaufsliste doch etwas länger. Eine Übersicht der benötigten Materialien soll Ihnen bei Ihrem Projekt helfen:


Werkzeug:

  • Stich-/Handkreissäge
  • Borhmaschine/Lochsäge
  • Akkuschrauber
  • Blechschere
  • Cutter
  • Küchenmesser
  • Maurerkelle
  • Spachtel
  • Kartuschenpistole
  • Auftrags- und Finishwalzen (Farbrollen)


Material:

  • UW-Profile
  • Gipskarton
  • Drehstifttübel
  • Bleistift
  • Klebeband
  • Dämmstoffmatten
  • Fugenspachtelmasse
  • Sperrgrund


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