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Haben Sie in Ihrer Wohnung Lampen, die Ihnen nicht mehr gefallen, oder ragen nach dem Umzug nur Drähte aus der Decke? Wir erklären Ihnen, wie Sie neue Lampen selber montieren und in welchen Fällen es ratsam oder gar unumgänglich ist, einen Profi zu rufen.

Eine Lampe anzuschliessen, braucht mehr handwerkliches Geschick, als beispielsweise ein Regal nach Anleitung zusammenzuschrauben. Wenn Sie sich die Montage nicht selber zutrauen, rufen Sie lieber einen Fachmann, dem Sie über die Schultern schauen können.


Schritt 1: Sicherung ausschalten und vor Wiedereinschalten sichern

Bevor Sie mit der Montage beginnen, schalten Sie die Sicherung für den gewählten Raum aus. Dies ist die Grundregel bei Elektroinstallationsarbeiten, denn ein Stromschlag kann lebensgefährlich sein. Der Sicherungskasten befindet sich meist im Flur, manchmal auch im Treppenhaus. Bevor Sie loslegen, testen Sie mit einem zweipoligen Spannungsprüfer, ob auch wirklich keine Spannung mehr auf der Leitung ist. Dazu halten Sie jenen Teil des Spannungsprüfers, der über die Anzeige verfügt, an den L-Leiter, sprich an den Kupferdraht des schwarzen* Kabels, und den schmaleren Stift abwechselnd an die Kabelenden der anderen Drähte. Leuchtet keine Anzeige auf, können Sie zu Schritt 2 übergehen. Befindet sich jedoch noch immer Spannung auf dem Leiter, sollten Sie einen Elektriker informieren und nicht selber die Lampe montieren.


* Die Farbe kann je nach Alter der Drähte variieren, mehr dazu bei Schritt 3.


Schritt 2: Lampe demontieren

Falls noch eine alte Lampe an der Decke hängt, entfernen Sie diese so, dass zum Schluss die Leitungen in Originallänge aus der Decke ragen. Meistens müssen Sie dafür einfach die Lampenkabel etwas aus den Anschlussklemmen ziehen.

Schritt 3: Neue Lampe montieren

Nun ragen drei (oder auch nur zwei) Drähte aus der Decke. Wurde noch nie eine Lampe installiert oder die Drähte wurden gekürzt, müssen Sie zuerst mit einer Abisolierzange ca. 5 Millimeter der Isolierung wegschneiden, damit der Kupferdraht freiliegt.


Die Farben der Leiter

  • Null- oder Neutralleiter: Kann über das Kürzel «N» verfügen, ist meist blau isoliert, bei Altbauten kann er auch gelb sein.
  • Pol- oder Phasenleiter: Kann über das Kürzel «L» verfügen, ist meist schwarz, kann aber auch rot, braun oder weiss sein.
  • Schutzleiter oder Erdung: Ist nicht immer vorhanden, kann das Kürzel «PE» aufweisen und ist gelb-grün beziehungsweise gelb-rot ummantelt.


Dann schauen Sie, wie Sie Ihre neue Lampe an der Decke befestigen. Das kommt auf das Modell an: Ob Sie die Lampe mit Schrauben, Haken oder einem speziell dafür vorgesehenen Haltebügel befestigen müssen, sehen Sie in der Montageanleitung des Lampenherstellers. Nicht fehlen sollte dabei ein Dübel – egal ob Schrauben, Haken oder Haltebügel. Wie Sie ein Loch in die Decke bohren, ohne dabei verstaubt zu werden, erfahren Sie in unserem Life-Hacks-Artikel. Zuletzt verbinden Sie die Drähte mithilfe einer Lüsterklemme und befestigen die Lampe an der Decke. Je nach Art der Lampe gehen Sie dabei unterschiedlich vor – auch diese Informationen finden Sie in der Anleitung des Herstellers.



Schritt 4: Lampe testen

Bevor Sie die Sicherung wieder einschalten, drehen Sie die Lampe in das Gewinde. Nun schalten Sie die Sicherung wieder ein. Funktioniert die Lampe? Leuchtet sie nicht, schalten Sie als Erstes die Sicherung wieder aus. Vielleicht ist die Lampe defekt, oder die Drähte sind nicht richtig angeschlossen. Letzteres überprüfen Sie, indem Sie die Abdeckung der Lampe abnehmen und an den Drähten ziehen.


Schritt 5: Epilog

Bitte keine Kurzschlusshandlungen. Schliessen Sie Ihre Lampen nur dann selbst an, wenn Sie sich das auch zutrauen. Beauftragen Sie im Zweifelsfall einen Elektriker – vor allem wenn Sie auch die dazugehörigen Schalter oder eine alte Steckdose ersetzen (kein Fehlerstromschutzschalter vorhanden). Schliesslich gibt es auch eine einfache Alternative: Kaufen Sie eine Stehlampe. Einstecken – und fertig.

Was ist erlaubt – und was verboten?

Haben Sie die Beleuchtungstipps unseres Experten gelesen und möchten nun Ihre Lampe versetzen? Aufgepasst, das ist verboten! In der Verordnung über elektrische Niederspannungsinstallationen ist streng geregelt, was Laien bei Elektroinstallationen machen dürfen und was nicht. André Moser, Technischer Experte und Sicherheitsbeauftragter des Eidgenössischen Starkstrominspektorats, fasst zusammen: «Erlaubt ist es nebst dem Auswechseln von Lampen und den dazugehörigen Schaltern, auch defekte Steckdosen (hinter Fehlerstromschutzeinrichtung 30 mA) zu ersetzen. Alle anderen Arbeiten dürfen nur ausgebildete Fachkräfte ausführen.» Die Suva erläutert in einer Informationsbroschüre genauer, was bei Elektroinstallationen erlaubt ist und was nicht.

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