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Sie wollen der Natur etwas zurückgeben? Wie wär’s mit einem Insektenhotel? Ob im Winter als Unterschlupf oder im Sommer als Nest für die Jungen: Im Insektenhotel tummeln sich das ganze Jahr lang genügend Bewohner. Wie Sie ein solches Refugium für Ihren Garten oder Balkon anlegen, erfahren Sie in unserer Anleitung.

28. März 2019 | Xenia Imbach


Wildbienen und andere Insekten sind für die Bestäubung von Pflanzen enorm wichtig. Da der Mensch den natürlichen Lebensraum dieser Helferlein verkleinert, wird es für Insekten immer schwieriger, ein Zuhause sowie eine Brutstätte für ihre Jungen zu finden. Mit einem selbstgebauten Insektenhotel leisten Sie einen nützlichen Beitrag und geben der Natur etwas zurück.

So bauen Sie Ihr Insektenhotel

1. Jedem Hotelzimmer seinen Rahmen

Bauen Sie als Erstes das Grundgerüst Ihres Hotels. Lassen Sie dabei der Fantasie freien Lauf, schliesslich sind Sie der Hotelier. Für das Grundgerüst können Sie einerseits Holzkisten verwenden oder selber eines aus unbehandeltem Holz bauen. Je mehr Zimmer Sie bauen, desto besser. Schliesslich bevorzugen verschiedene Insektenarten verschiedene Materialien.

2. Je mehr Naturmaterialien, desto besser

Verbinden Sie den Bau Ihres Insektenhotels mit einem Waldspaziergang. Sammeln Sie unterwegs Tannzapfen und Äste (mind. 4 cm Durchmesser). Ergänzen können Sie die Waldfundstücke mit Materialien von JUMBO. Dazu gehören Holzwolle, Backsteine, Drahtgitter und Bambus-Röhrchen.

3. Bohren Sie noch mehr Hotelzimmer

Vor allem als Nistplatz eignen sich röhrenartige Materialien. Bohren Sie hierzu Löcher in die gesammelten Äste oder in unbehandelte Holzstücke. Achten Sie darauf, dass die Rückwand geschlossen bleibt und Sie nicht das ganze Holz durchbohren. Nutzen Sie Bohraufsätze mit verschieden grossen Durchmessern (ca. 3 bis 8 mm) – nicht alle Insekten mögen gleich grosse Löcher. Die Abstände zwischen den Löchern sollten jeweils 2 cm betragen. Klopfen Sie abschliessend Holzspäne aus und schleifen Sie die Öffnungen ab.

4. Bauen Sie das Hotel zusammen

Zum Schluss bauen Sie aus allen Zimmern Ihr Insektenhotel zusammen. Damit Materialien wie Tannzapfen nicht herausfallen, sichern Sie wenn nötig einzelne Abteile mit Drahtgitter. Unser Tipp: Schützen Sie das Insektenhotel gegen Witterungseinflüsse mit einem Anstrich aus natürlichem Bienenwachs, Oliven- oder Sonnenblumenöl.

So rennen Ihnen die Insekten die Bude ein

Insekten bevorzugen für ihre Niststellen sonnige Plätzchen. Richten Sie das Häuschen gegen Süden aus, dann trocknen die Materialien nach dem Regen schneller, und Sie schützen es vor Schimmelbefall. Stellen Sie Ihr Insektenhotel zudem mindestens einen Meter über dem Boden auf, damit keine Kleinkinder oder Tiere die Insektenruhe stören. Pro-Tipp: Sorgen Sie für genügend Futter für Ihre Insekten. Steht Ihr Insektenhotel nicht unmittelbar neben blütenreichen Pflanzen im Garten, kann ein Hochbeet oder Balkonkasten mit pollenhaltigen Blüten Abhilfe schaffen.

Who is who: die Insektenhotel-Bewohner

Schmetterlinge

Schmetterlinge gehören eindeutig zu den hübschesten Bewohnern im Insektenhotel. Vor allem im Winter sind sie auf der Suche nach einem Unterschlupf. Schmetterlinge können Sie durch einen Fliederbaum ins Insektenhotel locken. Der Schmetterling dankt es Ihnen als Nützling: Denn Pflanzen mit tiefen Blütenkelchen können nur durch Schmetterlinge bestäubt werden.

Florfliege

Sind Ihre Pflanzen von Blattläusen befallen? Dann bietet die Florfliege natürliche Hilfe. Denn die Larven der Florfliege ernähren sich ausschliesslich von Blattläusen. Florfliegen bevorzugen laut Forschern rote Untergründe. Streichen Sie ein Abteil mit Naturfarbe rot an, und die Florfliege wohnt schon bald in Ihrem Insektenhotel.

Wildbiene

Wildbienen leben in der freien Natur in Ästen, altem Holz und porösem Mauerwerk. Da ihre natürlichen Rückzugsgebiete immer mehr vom Menschen zerstört oder bedroht werden, sind sie auf Unterschlupfe für ihre Larven angewiesen. Es gibt Pflanzenarten, die von Wildbienen abhängig sind und nur von ihnen bestäubt werden können, ansonsten sterben sie aus.

Marienkäfer

Sie bringen nicht nur Glück, die Marienkäfer fressen auch so einige Schädlinge in Ihrem Garten. So stehen Schild- und Blattläuse, Spinnmilben und vereinzelt auch Pilzbefall von Pflanzen auf ihrem Speiseplan. Marienkäfer nutzen das Insektenhotel vor allem im Winter – meist sogar als grosse Marienkäfer-Gruppe.

Zeigen Sie uns Ihr Insektenhotel

Wir sind gespannt auf Ihr Insektenhotel. Teilen Sie Ihr Bild auf Instagram mit dem Hashtag #angepackt und inspirieren Sie die Community.

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