Der neue Elan der JUMBO Grossmärkte

Entgegen der Strategie der MANOR Warenhäuser, welche sich aufgrund ihren modischen Ausrichtung stetig weiterentwickelten, blieb das Konzept der JUMBO Grossmärkte lange Zeit unverändert.

Eine neue Ausrichtung musste her! Die Verkaufsflächen wurde modernisiert, das Ladenkonzept optimiert und Schwerpunkte in den Dienstleistungen und der Kundenführung gesetzt. Unter der neuen JUMBO-Leitung wurde das erste Pilotkonzept in Vernier (GE) umgesetzt.

Die Neuausrichtung trug Früchte und schlug sich in positiven Umsätzen nieder. Doch das Marktumfeld veränderte sich zusehend. Das Risiko zunehmender in- und ausländischer Konkurrenz, gepaart mit fallenden Handelsschranken in Europa machten den JUMBO Grossmärkten das Leben nicht einfacher.

Erschwerend kam die kritische Grösse von JUMBO im Lebensmittelmarkt dazu. Was war zu tun? Alleine weitermachen und das Risiko eingehen, von anderen beherrscht zu werden? Oder eine strategische Allianz mit einem wichtigen Partner eingehen und somit von seiner Kompetenz und den besseren Einkaufsbedingungen zu profitieren? Der Zufall wollte es, dass in diesem Moment CARREFOUR seine Absicht äusserte, wieder im Schweizer Markt präsent zu sein.

Den Gesellschaftern von MAUS FRÈRES wurde schnell klar, dass mit einem solchen Partner ein ambitionierteres Wachstum möglich war.

Carrefour Logo

Eine Französisch-Schweizerische Freundschaft beginnt

Am 2. Oktober 2000 wurde die richtungsweisende Allianz mit der französischen Detail-Handelskette CARREFOUR unterschrieben. Das Joint-Venture erlaubte es CARREFOUR, 40% des Aktienkapitals der JUMBO Grossmärkte zu übernehmen (5 Jahre später, konnte dieses auf das maximum von 50% aufgestockt werden) und somit die elf Standorte unter dem weltbekannten CARREFOUR-Logo zu führen.

JUMBO bleibt JUMBO - aber wird professioneller

Von den Grossmärkten getrennt, bleibt JUMBO DO IT • DECO • GARDEN weiterhin eine 100% Tochter der MAUS FRÈRES in Genf. Mit zukunftsweisenden Konzepten für Haus und Garten behauptet JUMBO DO IT • DECO • GARDEN seine Leaderstellung im Baumarktbereich. Die rund 1'500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen sich jedem Tag der Herausforderungen, nur den besten Service für die Kunden zu erbringen. Durch eine konsequente Anpassung der bestehenden Ladenflächen an moderne Einkaufsbedürfnisse, sichert sich JUMBO DO IT • DECO • GARDEN seine Stellung als  einer der CH-Leader dieser Branche.

Strategiewechsel bei Carrefour

Am 21. August 2007 teilten die beiden Unternehmen, Carrefour-Gruppe und Maus Frères-Gruppe mit, dass die 12 Carrefour-Hypermärkte in der Schweiz, an denen Carrefour und Maus Frères je zur Hälfte beteiligt sind, an die Coop verkauft werden. Die neue Direktion der französischen Carrefour-Gruppe - Nummer eins im europäischen Lebensmittelhandel und Nummer zwei weltweit - hat ihre Strategie neu ausgerichtet und plant weitere Entwicklungen nur noch in den Ländern, in welchen sie schon das grösste Handelsunternehmen ist oder zu den drei grössten Handelsketten zählt. Demzufolge zieht sich die Gruppe aus den Ländern zurück, in denen der Markt in ihren Augen kein ausreichendes Wachstumspotential bietet.

Nach Japan, Mexiko, Südkorea, Tschechien und Portugal ist nun die Schweiz von dieser neuen strategischen Ausrichtung betroffen: Die Carrefour-Gruppe hat ihren Partner, die Maus-Frères-Gruppe, von der Entscheidung eines Rückzugs aus der Schweiz unterrichtet, da dieses Land den Kriterien „Marktführerschaft und hohes Wachstumspotenzial“ nicht entspricht.

Didier Maus, geschäftsführender Direktor der Maus-Gruppe, sagt: „Als Partner bedauern wir die Entscheidung der Carrefour-Gruppe, sich vom Schweizer Markt zurückzuziehen, als Unternehmensführer können wir sie aber sehr gut verstehen, da wir genau die gleiche Strategie verfolgen: Auch wir legen Wert darauf, in wachstumsintensiven Marktsektoren einen Spitzenplatz zu belegen.“

Kritische Grösse nicht erreicht

Didier Maus fügt hinzu: „Als uns die Unternehmensleitung der Carrefour-Gruppe über ihre Absicht informierte, die Partnerschaft mit uns zu beenden und sich aus der Schweiz zurückzuziehen, zogen wir wieder alle Optionen in Betracht. Doch die Fakten lassen sich nicht beschönigen: Mit den 12 Hypermärkten und 1,1% Marktanteil erreicht Carrefour (Schweiz) nicht die kritische Grösse, um alleine zu überleben, da auf diesem Niveau mit Lieferanten keine wettbewerbsfähigen Preise ausgehandelt werden können“.

Die beste Lösung für den Erhalt der Arbeitsplätze

Jean-Bernard Rondeau, Generalsekretär von Maus Frères, meint: „Die Carrefour-Gruppe hatte, gestützt auf ein fundiertes Knowhow und eine umfassende Erfahrung, in der Schweiz einen neuen Hypermarkt pro Jahr geplant. In China hatte sie in 12 Jahren 100 Großmärkte eröffnet. Die schweizerischen Bedingungen sorgten jedoch dafür, dass daran nicht zu denken war. Ergebnis: Obwohl die Schweizer Filialen in 2006 1 Mrd.CHF Umsatz erwirtschafteten und eine zufriedenstellende Rentabilität erzielten, sieht Carrefour das Wachstumspotenzial als nicht ausreichend an...“

Didier Maus ergänzt: „Für Carrefour (Schweiz) war die Anlehnung an eine Schweizer Gruppe wie Coop die beste Lösung, um die Arbeitsplätze zu erhalten. In einem Unternehmen wie dem unsrigen, mit einer starken Firmenkultur, die sich auf gegenseitiges Vertrauen stützt, stand dieses Kriterium bei der Wahl eines Käufers an erster Stelle.“

Der Kaufvertrag, der am 20. August 2007 abgeschlossen wurde, steht unter dem Vorbehalt, der Genehmigung durch die Wettbewerbskommission in Kraft. Der Kaufpreis beträgt 470 Mio. CHF netto.

Keinen Einfluss auf JUMBO

Die JUMBO DO IT, DECO, GARDEN – Fachmärkte sind – obwohl an einigen Orten in enger Nachbarschaft - durch diese neue Ausrichtung der Carrefour-Hypermärkte nicht berührt. Als eigenständiges Unternehmen mit einem Marktanteil von über 20% werden diese Märkte auch in direkter Nachbarschaft mit den zukünftigen COOP Megastores weitergeführt. Je nach Standort sind JUMBO, sowie zukünftig COOP, Mieter in einem von Maus Frères betriebenen Einkaufszentrum. Seit Juni 2010 wird die JUMBO-MARKT AG durch Jérôme Gilg (CEO) geführt.